Freitag , 25. September 2020
Bisher dürfen die jugendlichen Trialsportler im Winter in der Segelflugzeughalle des Luftsportvereins trainieren. Doch sollte der Flugplatz geschlossen werden, stehen sie buchstäblich auf der Straße. Foto: Michael Behns

Jugendliche bangen um ihre Trainingshalle

Lüneburg. Sie sind weder Mitglied im Luftsportverein Lüneburg noch sind Flugzeuge ihr Hobby. Und doch bangen ADAC-Jugendwart und Mountainbike-Trainer Sven Barton und seine Mitstreiter mit den Hobbypiloten, die um den Erhalt des Flugplatzes kämpfen und dazu ein Bürgerentscheid auf den Weg bringen wollen: Sollte der Pachtvertrag für den Luftsportverein im Oktober – wie vom Lüneburger Stadtrat beschlossen – auslaufen, würde das unweigerlich auch die Trainingsmöglichkeiten von rund 50 jungen Fahrradtrial- und Mountainbikern treffen, die in den Wintermonaten in der Segelflugzeughalle des Luftsportvereins trainieren dürfen. Für radsportbegeisterte Kinder und Jugendliche wäre das ein weiterer herber Rückschlag. Bereits im Sommer 2019 war eine beliebte Mountainbike-Strecke in der Neuen Forst gesperrt worden.

Im sogenannten „Bombentrichter“ am Ebensberg waren mehr als 30 Jahre lang Radsportbegeisterte mit ihren Mountainbikes auf dem Rundkurs durch das Gehölz gekurvt – bis das sportliche Vergnügen im Mai vergangenen Jahres vom Forstamt Sellhorn aus versicherungstechnischen Gründen untersagt worden war.

Doch jetzt scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen und sich eine Lösung abzuzeichnen: „So wie es aussieht, wird der ADAC-Ortsclub das Areal im Wald offiziell von den Landesforsten pachten“, berichtet ADAC-Jugendwart und Mountainbike-Trainer Sven Barton. Kinder und Jugendliche können also womöglich bald wieder mit ihren Mountainbikes auf dem Rundkurs durch den Wald fahren. Es wäre die zweite offizielle Strecke. Denn wenige Kilometer weiter – im Wald auf der Steinhöhe zwischen Fernsehturm und Elbe-Seitenkanal – gibt es ebenfalls eine Mountainbike-Strecke. Die ist seit 2008 offizielle Radsportstrecke des ADAC-Ortsclubs Lüneburg, ebenfalls gepachtet von den Niedersächsischen Landesforsten.

Eigene Halle wäre kaum zu realisieren

Doch Ersatz für die möglicherweise wegfallende Trainingshalle auf dem Flugplatz zu finden, wäre wohl nicht so leicht. „Wir sind seit Jahren auf der Suche, aber auch die Stadt konnte uns bislang keine geeignete Trainingsmöglichkeit anbieten“, bedauert Barton. Eine eigene Halle auf dem ADAC-Gelände des Fahrsicherheitszentrums in Embsen zu bauen, sei aus planungsrechtlichen Gründen nur äußerst schwer zu realisieren.

Umso glücklicher sind der ADAC-Jugendwart und die „Fahrradtrial-Kids“ daher über das Angebot des Luftsportvereins, der ihnen für die Wintermonate die Flugzeughalle für ihren Sport zur Verfügung stellt. Bereits seit zehn Jahren dürfen die Jugendlichen von November bis Anfang März in der Zeppelinstraße zwischen Segelflugzeugen und Gerätschaften auf einem Parcours aus selbstgebauten Hindernissen trainieren. „Von den Verantwortlichen des Luftsportvereins bekommen wir unkompliziert jedwede Hilfe“, lobt Sven Barton.

Deshalb mag er sich kaum vorstellen, dass am vergangenen Sonnabend womöglich das letzte Training für den Trial-Nachwuchs in der Segelflugzeughalle stattgefunden hat: Während für die jungen Sportler nun wieder die Trainingssaison im Freien beginnt, versucht Barton jetzt eine Antwort auf die alles entscheidende Frage zu finden: Wo sollen unsere Kinder und Jugendlichen künftig trainieren, wenn der Flugplatz Geschichte ist?

Von Klaus Reschke