Samstag , 19. September 2020
Philipp Meyn, Hiltrud Lotze, Carl Johann Niederste Frielinghaus und Kathrin Rühe-Neumann (v.l.) bilden das neue Führungsquartett der Lüneburger SPD. Foto: t&w

SPD will stärkste Kraft in der Stadt bleiben

Lüneburg. Ihre politische Biografie könnte kaum unterschiedlicher sein: Hiltrud Lotze und Carl Johann Niederste Frielinghaus bilden künftig eine Doppelspitze. Die 61-jährige ehemalige Bundestagsabgeordnete und der 21 Jahre alte Leuphana-Student wollen die Sozialdemokraten der Hansestadt in den nächsten zwei Jahren führen.

„Mein Ziel ist, dass wir wieder stärkste Fraktion werden und Lüneburgs Entwicklung weiterhin maßgeblich mitgestalten“, betonte Lotze, die dabei ihre Erfahrungen einbringen will, „ohne auf die alten Rezepte zurückzugreifen“. Niederste Frielinghaus, der seit drei Jahren Parteimitglied und Sprecher des Juso-Kreisverbandes ist, kündigte mehr Transparenz in der Parteiarbeit an. Sein Ziel für den größten Ortsverein im SPD-Bezirk Hannover ist, möglichst alle der 465 Mitglieder in den Stadtteilen „auf die Straße zu bringen“, um als stärkste Kraft sichtbar zu werden und den Dialog zu führen.

Mehr als 80 Mitglieder waren am Donnerstagabend in den Kunstsaal an der Marie-Curie-Straße gekommen und gaben dem neuen Vorsitzenden-Duo bei jeweils 13 Nein-Stimmen eine breite Unterstützung. Noch besser schnitten bei den Stellvertreter-Wahlen Kathrin Rühe-Neumann und Philipp Meyn ab. Alle hatten keine Gegenkandidaten.

Frühe Vorstellung „war ein Fehler“

Das Quartett hatte sich bereits Ende Januar öffentlich vorgestellt. „Das war ein Fehler“, räumten die Vier einhellig ein. Man habe damit nicht weitere Kandidaturen unterbinden wollten. „Das geht so nicht noch einmal“, übernahm der scheidende Vorsitzende Friedrich von Mansberg dafür die Verantwortung.

Dem Parteitag lag unter anderem ein Antrag vor, der dafür eine Rüge aussprechen wollte. Die Jungsozialisten reagierten mit einer Initiative „für einen offenen, transparenten und partizipativen Ortsverein Lüneburg“. Beide Papiere sowie alle weiteren Anträge werden indes erst auf einem Extra-Parteitag Ende März behandelt.

Von Mansberg begründete seinen Rückzug von der Spitze nach nur zwei Jahren mit „freundlichen Hinweisen“ von Ärzten, sein Engagement „nach zwei Warnschüssen“ stärker zu konzentrieren. Er hob den sozialdemokratischen Kurs in der Stadtpolitik hervor: gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, nachhaltiger werden, Klimaschutz und Soziales gemeinsam zu denken, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen und weiterhin in die Bildung zu investieren.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge appellierte insbesondere an die jüngeren Mitglieder, beim anstehenden Generationenwechsel Verantwortung zu übernehmen und bei der Kommunalwahl 2021 anzutreten. Der OB unterstrich, dass die SPD die einzige Partei in Lüneburg sei, „die die ganze Stadt denkt“.

Von Marc Rath

Auf einen Blick

Lüneburgs neuer SPD-Vorstand

Vorsitzende: Hiltrud Lotze, Carl Johann Niederste Frielinghaus
Stellvertreter: Kathrin Rühe-Neumann, Philipp Meyn
Kassierer: Andreas Neumann
Schriftführerin: Christel Koppen
Beisitzer: Cem Aksoy, Johannes Backer, Herwig van Nieuwland, Ayse Reichert, Christoph Reinders-Düselder, Maria Schult, Inge Voltmann-Hummes, Annelie Fellinghauer, Martin Koch