Die Rollschuhe können in der kommenden Saison wieder gegen Schlittschuhe eingetauscht werden, die nächste Spielzeit ist gesichert. Foto: be

Adendorf geht lieber auf Nummer sicher

Adendorf. Neue Wendung in Adendorf: Bei der Sanierung des Eisstadions am Scharnebecker Weg kommt „Plan B“ zum Tragen. Anders als bisher vorgesehen, verzichtet die Gemeinde für dieses Jahr auf die komplette Erneuerung von Kälteanlage, Eisfläche und Bande und setzt auf eine kleine Lösung: Nur die Kälteanlage wird zunächst zu Ende saniert.

„Nur so können wir sicherstellen, dass die Saison 2020/21 für Eisläufer und den Eishockeysport pünktlich Anfang Oktober beginnen kann. Und das hat für uns oberste Priorität“, erklärt Bürgermeister Thomas Maack (SPD).

Vor vier Wochen sah es noch anders aus: Da beschloss der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats, die ersten Aufträge für eine umfangreiche Sanierung des 44 Jahre alten Stadions zu vergeben. Geplant war neben weiteren Arbeiten an der Kälteanlage, die vorhandene Betonfläche aufzustocken, diese mit neuen Kälteschlangen zu versehen und dringend benötigte neue Banden zu installieren.

Politik zieht die Reißleine

Mit den kompletten Planungen war das Ingenieurbüro für Kältetechnik in Hamburg von Michael Bockhahn beauftragt worden. Von dort kamen zuletzt Signale, dass die umfangreichen Arbeiten nicht bis zum Saisonstart zu schaffen sein könnten. Komplizierte Ausschreibungsverfahren mit langen Laufzeiten, aber auch Probleme der ausgewählten Unternehmen, kurzfristig die Arbeiten beginnen zu können, brachten nun die Wende.

„Firmen, die neue Banden installieren, gibt es nur sehr wenige“, nennt Holger Schölzel, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Gemeinde, ein Beispiel. Und auch die für eine Aufstockung der Betonfläche notwendigen Vorarbeiten – unter anderem Probebohrungen in die vorhandene Betonfläche – sollten sich um mehrere Wochen verzögern.

Jetzt zogen Politik und Verwaltung die Reißleine, der Verwaltungsausschuss der Gemeinde segnete den neuen Plan ab. „Wir wollten nicht das Risiko eingehen, dass es mit der Wiedereröffnung Anfang Oktober nicht klappt. Ich habe da ein schlechtes Bauchgefühl, das machen wir nicht“, erklärt Bürgermeister Maack.

750.000 Euro im Haushalt eingeplant

Der neue Plan: In diesem Frühsommer wird in der Kälteanlage noch der marode Ammoniakbehälter ausgetauscht, anschließend folgen diverse Prüfungen der Anlage, etwa durch den Technischen Überwachungsverein – dann soll die Eislaufsaison planmäßig beginnen.

Insgesamt 750.000 Euro hatte der Adendorfer Gemeinderat für die umfangreichen Sanierungsarbeiten in den Haushalt für das laufende Jahr eingestellt. Die werden auf das kommende Jahr übertragen, erklärt Verwaltungschef Maack. Darüber hinaus hoffen Politik und Verwaltung auf Zuschüsse vom Landkreis – aus Mitteln des Strukturentwicklungsfonds sollen 300.000 Euro, höchstens ein Drittel der Kosten, fließen.

Seit dem vergangenen Sommer hält die Entwicklung im Eisstadion die Eislauffans in der Region in Atem: Damals war ein kapitaler Schaden in der Kälteanlage festgestellt worden, verursacht durch falsch geliefertes Maschinenöl, das in die Anlage eingebracht worden war, hieß es von der Gemeinde. Der Schaden machte umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich. Immer weiter wurde der Termin der Stadioneröffnung nach hinten geschoben, bis die Gemeinde die Eislaufsaison 2019/20 komplett absagte.

Von Ingo Petersen