Dienstag , 22. September 2020
Die Basteihalbinsel gehört mit zum Projekt. Hier sollen die Kaimauer saniert und das Grün zurückgeschnitten werden. Foto: t&w

Fünf Millionen Euro für mehr Grün

Lüneburg. Grünanlagen und Parks in der Stadt sind nicht nur Oasen für Erholungssuchende, in Zeiten von Klimaschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt kommt ihnen besondere Bedeutung zu. Lüneburg hat sechs Entwicklungsbereiche zum Sanierungsgebiet „Grünband Innenstadt“ zusammengefasst. Ziel ist es, dort Wege, Grünflächen, Spielplätze zu verbessern oder neu zu gestalten und die biologische Vielfalt zu fördern. Rund fünf Millionen Euro sollen dafür in den kommenden zehn Jahren eingesetzt werden.

Die Stadt hat inzwischen einen Rahmenplan aufgestellt, der Voraussetzung dafür ist, dass Mittel aus dem Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ fließen. Das Grünband umfasst die Bereiche Bastion am Schifferwall, Kreidebergsee, Liebesgrund, die Wallanlagen und den Kalkberg. Für diese seien insgesamt 23 Maßnahmen entwickelt worden, erläuterte Sandra Burghardt, Leiterin Stadtsanierung im Bauausschuss. Im Liebesgrund ist bereits ein Weg im nördlichen Bereich saniert, es sollen weitere folgen. Auch Spielplätze sollen erneuert werden, neue Bänke aufgestellt werden.

Bund und Land übernehmen jeweils ein Drittel der Kosten

Als weiteres Beispiel nannte Sandra Burghardt den Basteipark. Der Spielplatz war dort schon vor Jahren erneuert worden. Im Rahmen des Sanierungsgebietes soll die Kaimauer flottgemacht und ein Aussichtspunkt gestaltet werden. Wichtig sei auch, einen Lückenschluss zwischen der Salzstraße am Wasser und dem Treidelpfad hinzubekommen. In dem Zusammenhang könne dann eventuell auch ein Geländer an der Kaimauer am Behördenzentrum installiert werden.

Stadtbaurätin Heike Gundermann erklärte, dass der ehemalige Radverkehrsplaner Michael Thöring bereits vor Jahren die Anregung gegeben habe, den Bereich mit einem Geländer abzusichern. Die Umsetzung sei jedoch nicht erfolgt. Inzwischen gelte es aber zu prüfen, ob nicht eine solche Installierung rechtlich auch notwendig sei. Denn bei Regen bestehe durchaus Rutschgefahr auf dem Kopfsteinpflaster, Schilder sollen darauf hinweisen.

Aus Sicht eines Anwohners würde sich das Anbringen eines Geländers erübrigen, wenn das Kopfsteinpflaster ergänzt würde durch einen rad- und fußgängerfreundlichen Weg. Oberbürgermeister Ulrich Mädge erklärte dazu, dass das historische Kopfsteinpflaster unter dem Aspekt der Denkmalpflege bleiben müsse. Dennoch könne die Verwaltung die Anregung in ihre Überlegungen mit aufnehmen. Zuvorderst müsse aber rechtlich geklärt werden, ob ein Geländer notwendig ist. „Sonst sind wir, wenn etwas passiert, juristisch zu belangen.“

„Wie kommt die Schnecke vom Reichenbachplatz zum Kreidebergsee?“ – Christian Burgdorff, Vorsitzender des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt

Burghardt erläuterte weiter, dass die Umsetzung der 23 Maßnahmen schrittweise erfolge und dafür jedes Jahr Ansätze im Etat der Stadt eingesetzt werden. Der Umweltausschuss würde das Ganze begleiten. Die Gesamtkosten von rund fünf Millionen Euro werden je zu einem Drittel von Bund, Land und der Kommune getragen.

Das Wörtchen „Grünband“ brachte schließlich den Grünen Wolf von Nordheim ins Grübeln. Durch den Begriff entstehe der Eindruck, dass da etwas zusammengehöre. „Doch wie kriegen wir den Verbund für die Schnecken, Igel und Nicht-Flieger hin?“ Auch Christian Burgdorff, der als Vorsitzender des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt Beisitzer im Ausschuss ist, meinte: Biotop-Vernetzung sei ein hehres Ziel, aber wie kommt die Schnecke vom Reichenbachplatz zum Kreidebergsee?“ Als Antwort setzte er nach: Man solle am besten das fördern, was die einzelnen Gebiete an Artenvielfalt ausmache.

Der Rahmenplan muss noch vom Rat beschlossen werden und wird danach auf der Internetseite www.hansestadtlueneburg.de unter den Infos zu den Sanierungsgebieten einzusehen sein.

Von Antje Schäfer