Freitag , 18. September 2020
Wer sein Kind in einer öffentlichen Kita betreut haben möchte, muss ab März eine Impfung gegen Masern für seinen Nachwuchs nachweisen. Foto: Adobe Stock

Ohne Masern-Schutz gibt‘s keinen Kita-Platz

Lüneburg. Hat ein Kind keinen Masern-Schutz, bekommt es keinen Kita-Platz: Am 1. März tritt bundesweit die Masern-Impfpflicht für Personal und Kinder in Schulen und Kindergärten, für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen sowie für Bewohner und Mitarbeiter in Asylbewerber-Unterkünften in Kraft. In Stadt und Landkreis Lüneburg haben sich die Verantwortlichen auf die praktische Umsetzung vorbereitet: „Wir sind nach unserer Einschätzung gut aufgestellt“, sagt Katrin Holzmann, Sprecherin des Landkreises Lüneburg.

Die neue Regelung bestimmt, dass Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in Betreuungseinrichtungen oder Schulen nachweisen müssen, dass ihr Nachwuchs geimpft ist oder bereits an Masern erkrankt war und somit immun ist. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 2500 Euro. Bei Jungen und Mädchen, die bereits eine Schule oder Kita besuchen, müssen die Eltern bis zum 31. Juli 2021 einen Nachweis über die Impfung vorlegen.

Es drohen Geldbußen von bis 2500 Euro

Zum 1. März sind es also vor allem Einzelfälle, die es zu ­kontrollieren gilt, nämlich Schüler, die zum Beispiel wegen eines Umzugs im laufenden Schuljahr in eine neue Einrichtung kommen oder kleinere Kinder, für die kurzfristig ein Kita-Platz freigeworden ist. „Kinder, die nicht gegen Masern geimpft sind, werden dann nicht mehr in Kitas aufgenommen“, sagt die Kreissprecherin.

Anders verhält es sich bei Schülern: Denn hier darf angesichts der Schulpflicht niemand vom Schulbesuch ausgeschlossen werden. Eltern, die ihre Kinder nicht haben impfen lassen, werden dann vom Gesundheitsamt zur Beratung „eingeladen“ und aufgefordert, den Impfschutz vervollständigen zu lassen. Wird dem nicht nachgekommen, droht eine Geldstrafe von bis zu 2500 Euro.

Bediensteten, die nach 1970 geboren und nicht geimpft sind, kann die Tätigkeit untersagt und eine Geldstrafe verhängt werden. Aber auch Einrichtungen, die ungeimpfte Kinder betreuen, müssen mit einem Bußgeld rechnen.

Dokumentation der Impfung

Die erste große Bewährungsprobe werden die Einschulungen im Sommer sein. Doch auch da zeigen sich die Verantwortlichen des Gesundheitsamtes derzeit entspannt. „In vielen Einrichtungen wird bereits dokumentiert, wer geimpft ist und wer nicht“, erläutert Holzmann. Ende Januar habe das Lüneburger Gesundheitsamt zudem Musterbögen an die Schulen und Kitas für die Dokumentation der Impfung geschickt.

Immer wieder melden sich beim Thema Impfen auch Kritiker zu Wort. Dass sich aber in Elternschaft oder bei Mitarbeitern Widerstand gegen die Impfpflicht regt, ist derzeit beim Gesundheitsamt kein Thema: „Das ist uns nicht bekannt“, sagt Katrin Holzmann. Ändern würde es ohnehin nichts – denn die neue Regelung ist keine Empfehlung, sondern ein bindendes Gesetz.

Von Thomas Mitzlaff