Sonntag , 1. November 2020
Penny will innerhalb des Einkaufszentrums Auf der Höhe umziehen, um zu wachsen. Das dann leerstehende Gebäude soll abgerissen werden, um an der Stelle Platz für Wohnungen zu schaffen. Foto: t&w

Keine Aussichten auf mehr Wohnungen

Lüneburg. Eine Wohnanlage mit 30 bis 40 Wohneinheiten soll anstelle des Penny-Marktes in Schaperdrift entstehen. Dazu muss der Bebauungsplan in Teilen geändert werden. Mehrheitlich votierten die Mitglieder des Bauausschusses für den Aufstellungsbeschluss. Abgelehnt wurde ein Änderungsantrag der Grünen, die auf dem Areal noch mehr Wohnungen ansiedeln wollten. Doch der Grundstückseigentümer, ein dänischer Fonds, habe derzeit kein Interesse an einem Verkauf über das Penny-Grundstück hinaus, machte die Verwaltung deutlich.

Produktpalette erweitern

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass der Edeka-Markt Auf der Höhe das Gebäude verlassen hat. In der Ausschusssitzung machten Anwohner deutlich, dass sie in das vor Jahren entstandene Viertel Schaperdrift/Teufelsküche auch deshalb gezogen waren, weil es hieß, dass dort ein Einkaufszentrum und eine Apotheke entstünden. Inzwischen gebe es nur noch Penny, KiK und die Bäckerei-Filiale Kruse, bemängelte eine Einwohnerin. Oberbürgermeister Ulrich Mädge erläuterte, dass Edeka bereits vor fünf Jahren festgestellt habe, dass der Standort nicht wirtschaftlich sei. Vollsortimenter würden sich nicht mehr überall niederlassen. Aus diesem Grund wolle die Stadt aber auf jeden Fall Penny halten.

Der Discounter habe allerdings deutlich gemacht, dass er mehr Fläche brauche, erklärte Stadtbaurätin Heike Gundermann. Die böte sich mit den 950 Quadratmetern des ehemaligen Edeka-Marktes nebenan. Dorthin will der Discounter umziehen und seine Produktpalette erweitern. Ein Lüneburger Investor beabsichtigt das Grundstück, auf dem sich der Penny-Markt heute befindet, von dem dänischen Fonds zu erwerben. „Wenn das Markt-Gebäude abgebrochen ist, sollen dort Wohnungen entstehen. 30 Prozent als geförderter Wohnraum, das soll über einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor vereinbart werden“, erläuterte die Stadtbaurätin.

Grüne scheitern mit Vorstoß zur Aufstockung

Wolf von Nordheim (Grüne) erklärte zum Antrag seiner Fraktion, dass die Grünen an dem Standort noch mehr Wohnraum schaffen wollen. Sie plädieren dafür, dass entlang der Straße Auf der Höhe eine weitere Wohnanlage entstehen solle und auch über den Märkten Wohnungen geschaffen werden. Eine Tiefgarage könne für ausreichend Stellplätze sorgen. Wolf von Nordheim kritisierte auch, dass, wenn der Investor im Rahmen des städtebaulichen Vertrags an Planungskosten für die Änderung des Bebauungsplanes beteiligt sei, die Stadt ihre Planungshoheit abgebe. Stefan Minks (SPD) wies das empört zurück. Birte Schellmann (FDP) hielt von Nordheim entgegen: „Wir sind nicht in einer Bananenrepublik“.

Ulrich Löb (Grüne) meinte, die Stadt könne doch das komplette Gelände kaufen, um dort noch mehr Wohnraum anzusiedeln. Mädge hielt dagegen: „Ich kann doch den dänischen Fonds nicht zum Verkauf zwingen.“ Im Übrigen wären die Preise sicher sehr hoch. Gleichwohl werde die Verwaltung mit den Dänen reden, sodass es eventuell in den kommenden Jahren einen zweiten Bauabschnitt geben könnte. Diese Option überzeuge seine Fraktion, meinte Eberhard Manzke (CDU).

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Von Antje Schäfer