Montag , 28. September 2020
Den Bauwagen, die zum Wohnprojekt „Unfug“ an der Konrad-Adenauer-Straße gehören, droht die Räumung. Foto: t&w

Bauwagen sollen umziehen

Lüneburg. Bereits im vergangenen Sommer hatte die Stadt Lüneburg deutlich gemacht, dass sechs Bauwagen des Wohnprojekts „Unfug“ vom Grundstück an der Konrad-Adenauer-Straße verschwinden müssen. Denn sie stehen dort ohne Genehmigung. Die Fraktion der Linken war nun mit einem Antrag an die Verwaltung herangetreten, um eine Legalisierung der Wagen auf den Weg zu bringen. Im Bauausschuss des Rates erläuterte ­Kathrin Böhme, Fachbereich Stadtentwicklung, dass es aufgrund baurechtlicher Rahmenbedingungen für die Bauwagen nur eine Perspektive gibt: den Umzug auf den Wagenplatz „Fango“ am Wienebütteler Weg.

Michèl Pauly, Fraktionsvorsitzender der Linken, erklärte im Ausschuss: „Wir meinen, dass ein Bebauungsplan es regeln könnte, dass die Bauwagen dort legal stehen können. Deshalb möchten wir einen Aufstellungsbeschluss erreichen.“ Außerdem bitte die Fraktion darum, die Unfug Verwaltungs GmbH zu einer der nächsten Sitzungen einzuladen, damit diese Stellung nehmen könne. Die Mitglieder des Wohnprojekts, zu denen mit Christoph Podstawa auch ein Ratsherr der Linken gehört, würden zudem die Kosten für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan übernehmen.

Kathrin Böhme erläuterte, dass das Grundstück, auf dem sich das Wohnhaus, Nebengebäude sowie die Bauwagen befinden, in einem Außenbereich liegt. Im Flächennutzungsplan ist dieses Areal als Friedhof festgesetzt, daneben befindet sich Wald, der auch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist.

Auf offiziellem Wagenplatz ist noch genügend Platz

Um dort einen Bebauungsplan aufzustellen, sei aber zuvor die Änderung des Flächennutzungsplans notwendig. Diese sei aber nur möglich, wenn es keinen alternativen Standort für die Bauwagen geben würde. Das sei für die Regierungsvertretung sozusagen Voraussetzung, damit sie der Änderung zustimme. Doch in Lüneburg gibt es bekanntlich seit knapp zehn Jahren den Wagenplatz „Fango“ an der Straße in Richtung Vögelsen. Die Stadtverwaltung hatte bei der Einrichtung damals deutlich gemacht, dass sie alternative Wohnformen unterstützen wolle, und war auch Kritikern entgegengetreten. Der Platz sei für 40 Bauwagen zugelassen, zurzeit stünden dort 21, machte Böhme deutlich. „Es gibt also eine Alternative.“ Die Regierungsvertretung habe inzwischen erklärt, dass sie sich aus diesem Grund keine Änderung des Flächennutzungsplans vorstellen könne.

Würde diese Alternative nicht bestehen, würde die Neuaufstellung des Bebauungsplans laut Stadtverwaltung Kosten von rund 60.000 Euro für Planung und Ausgleichsmaßnahmen mit sich bringen. Und laut Regionalem Raumordnungsprogramm müssten die baulichen Anlagen – dazu zählen die Bauwagen – aufgrund möglicher Brandgefahr einen Abstand von 30 Metern zum Wald einhalten. Dadurch reduziere sich das Grundstück auf 850 Quadratmeter, was nur drei Bauwagen Platz biete, rechnete Böhme vor.

Der Verwaltungsausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung noch einmal mit diesem Thema beschäftigen. „Danach entscheiden wir, wie es weitergeht“, sagt Stadtpressesprecherin Ann-Kristin Jenckel.

Von Antje Schäfer