Dienstag , 22. September 2020
Der Spielplatz am Hans-Tönjes-Ring könnte ein wenig mehr Attraktivität vertragen. Foto: Michael Behns

Arbeiten für die Kinder

Lüneburg. Für die jüngsten Lüneburger sind sie meist die größte Attraktion: Die im Stadtgebiet verteilten öffentlichen Spielplätze bereiten den Mädchen und Jungen aus den angrenzenden Vierteln viel Freude. Wenn sie denn attraktive Spielgeräte bieten und in einem guten Zustand sind.

Durch regelmäßige Kontrollen und auch Rückmeldungen von Bürgern hat die Stadtverwaltung nach eigener Einschätzung ein klares Bild vom Zustand der kleinen Kinderparadiese, weiß deshalb auch, wo dringend was gemacht werden muss. Jetzt stellte sie die Pläne für die nächsten Sanierungen im Jugendhilfeausschuss vor.

Im Jahr 2018 entwickelten die Verantwortlichen im Rathaus eine Prioritätenliste. Diese dient ihr seither als Orientierung, welche Plätze als nächstes erneuert werden sollen. „Dabei achten wir auf eine ausgeglichene Verteilung im Stadtgebiet“, betonte Annette Sönksen, Mitarbeiterin im Bereich Grünplanung der Stadt, im Ausschuss. Zehn Spielplätze stehen auf dieser Liste, die ersten drei – an der Eckermannstraße, Magdeburger Straße West und Am Venusberg – wurden in den vergangenen Jahren bereits erneuert.

„Die Liste ist flexibel“

Für diese Erneuerungen stehen im Haushalt jährlich 75.000 Euro zur Verfügung. Nicht viel, denn im Schnitt könne damit gerade mal ein Spielplatz pro Jahr umgestaltet werden, verdeutlichte Sönksen. Folgen sollen in diesem Jahr dennoch zwei Plätze – jener am Hans-Tönjes-Ring und jener am Klosterkamp, beide nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Unabhängig vom Modernisierungsetat stehen für Reparaturen und Ersatzbeschaffungen einzelner Geräte noch einmal 50.000 Euro bereit.

Die fünf weiteren Spielplätze, die auf der Liste stehen, befinden sich Auf der Rübekuhle, am Eichenhain, an der Gebrüder-Loewe-Straße, In der Kemnau und an der Sonninstraße. Eine zeitliche Einschätzung, wann dort mit einer Erneuerung gerechnet werden könne, wollte Annette Sönksen nicht geben. „Das wäre Kaffeesatzleserei. Die Liste ist flexibel.“ Es könne sein, dass bei der nächsten Spielplatzkontrolle ein anderer Spielplatz auffalle, der deutlich dringender erneuert werden müsse. Dieser werde dann in die Liste aufgenommen.

„Es kann nur ein grober Zeitplan sein“

Ausschussmitglied Philipp Meyn (SPD) gab sich damit nicht zufrieden. „Für mich ist diese Liste nicht greifbar. Was heißt das konkret? Kann der Platz an der Loewe-Straße in vier Jahren saniert werden?“, fragte er. Sönksen: „Mit vier Jahren könnten Sie Recht haben.“ Eine erste zeitliche Einschätzung soll in der nächsten Sitzung vorgestellt werden, kündigte Sozialdezernentin Pia Steinrücke daraufhin an. „Aber ich betone: Es kann nur ein grober Zeitplan sein. Wir können das nicht in Stein meißeln.“

Ob ein größeres Budget die Abläufe beschleunigen könnte, wollte Meyn von der Sozialdezernentin wissen. Die war sicher: „Es ist nicht damit getan, das Budget aufzustocken. Wir befinden uns in einer angespannten Haushaltslage und müssen schauen, wie wir mit den bestehenden Ressoucen den Bedarf abdecken können.“

Ein Spielplatz für ältere Kinder ist im Hanseviertel auf dem dortigen Stadtplatz geplant, die Anfänge der Umgestaltung sollen noch in diesem Jahr zu sehen sein. Dass in Wilschenbruch kein Spielplatz vorgesehen ist, liege daran, dass Stadtteile mit beengtem Raum Vorrang haben. Außerdem würden in Wilschenbruch nicht so viele Kinder leben, entgegnete Steinrücke auf die entsprechende Anfrage des Ausschussmitglieds Wolfgang Goralczyk (CDU).

Von Lilly von Consbruch