Sonntag , 27. September 2020
Weil die Haltestelle nur unzureichend beleuchtet ist, fährt der Bus im Dunkeln schon mal an Wartenden vorbei. Foto: be

Zu spät und zu dunkel

Lüneburg. Wenn Karin Simon sich morgens zur Arbeit auf den Weg nach Hamburg macht, muss sie früh raus. Ihr Metronom startet um 5.24 Uhr, ihr Bus, der sie zum Bahnhof bringt, um 4.58 Uhr in Bülows Kamp. Bislang jedenfalls. Denn mit der Fahrplanumstellung ist vieles anders geworden, so sehr, dass Karin Simon sich entschieden hat, nun lieber mit dem Auto zum Bahnhof zu fahren.

„Leider fährt der 5014 Bülows Kamp nicht mehr an“, bedauert Karin Simon, denn der Bus steuerte den Bahnhof fahrplanmäßig um 5.14 Uhr an, zeitig genug, um den Metronom zu erreichen. „Da musste man sich auch bei einer Busverspätung in der Regel keine Sorgen machen“, sagt die Lüneburgerin.

Frühester Bus startet erst um 5.12 Uhr

Mit dem neuen Nahverkehrsplan aber wurde kräftig umgestellt: So wurde die Route der Linie 5014 um die Haltestellen Bülows Kamp, Klosterkamp, Hermann-Wagner-Straße und Theodor-Haubach-Straße gekappt, Start ist seitdem die Wilhelm-Leuschner-Straße. Bülows Kamp wird seitdem zwar von der Linie 5011 bedient, allerdings startet hier der früheste Bus erst um 5.12 Uhr, Ankunft am Bahnhof ist 5.28 Uhr – vier Minuten nach Abfahrt des Metronom.

Als „wenig hilfreich“ nennt Karin Simon auch den aus Wendisch Evern kommenden 5019. Um dessen Haltestelle Klosterkamp Nord an der Konrad-Adenauer-Straße zu erreichen, hat die Pendlerin nicht nur einen längeren Fußweg, auch die Ankunftszeit am Bahnhof um 5.20 Uhr ist für sie zu knapp bemessen. „Der Bus hält am ZOB am äußersten Ende der Haltespangen. Wenn er dann Verspätung hat, ist der Zug weg.“ Aber auch bei planmäßiger Ankunft sei es wegen der Gleisunterquerung im Bahnhof oft „echt knapp“.

An den Wartenden vorbeigefahren

Aber noch ein weiterer Grund veranlasste Karin Simon, schließlich aufs Auto umzusteigen: „Zu dieser Zeit ist es ­morgens stockdunkel, leider auch an der Bushaltestelle. Als Frau wird einem da schon mulmig.“ Hinzu kam, dass der 5019er zwei Mal an den an der Haltestelle Wartenden vorbeigefahren sei, „der hat uns vermutlich im Dunkeln nicht gesehen“. Zuletzt habe sie schon die Beleuchtung ihres Smartphones eingeschaltet, um auf sich aufmerksam zu machen.

Der für den Nahverkehr zuständige Landkreis erklärte, den Hinweis aufzunehmen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation zu prüfen. Dies geschehe im Zuge der derzeit ohnehin laufenden Anfragen und Vorschläge zu Anpassungen im neuen Nahverkehrsplan. „Vermutlich können wir im Laufe eines Monats sagen, welche Änderungen vorgenommen werden“, sagt Urte Modlich, Pressesprecherin des Landkreises. Konkrete Umsetzungen werde es aber erst nach Ostern geben.

Bei der Stadtverwaltung wurde der Hinweis über die dunkle Bushaltestelle aufgenommen. „Wir werden die Situation erörtern“, sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck. Sollte es ein aktueller Schaden sein, der zum Ausfall der Beleuchtung oder etwa der Straßenbeleuchtung geführt hat, werde das so schnell wie möglich behoben. „Geht es darum, dass dort Beleuchtung neu eingerichtet werden soll, werden wir prüfen, was möglich ist. In der Regel sind einfache Bushaltestellen nicht beleuchtet.“ Dennoch sollte es nicht passieren, dass Busse vorbeifahren.

Von Ulf Stüwe