Sonntag , 27. September 2020
Das Ende Januar in Betrieb genommene Messgerät an der Lüneburger Ostumgehung in Höhe der Abfahrt Häcklingen blitzt derzeit im Schnitt alle sieben Minuten. Foto: t&w

Neue Blitzer fluten Lüneburgs Kreiskasse

Lüneburg. Sie sind erst seit wenigen Wochen im Einsatz, dürften sich aber bald schon rentiert haben: Seit Ende des vergangenen Jahres drei mobile Blitzer-Anlagen im Kreisgebiet platziert worden sind, hat sich die Zahl der Bußgelder deutlich erhöht. In 4670 Fällen gab es im Januar 2020 Post aus der Kreisverwaltung mit einem mehr oder minder teuren Foto. 2019 waren es im ersten Monat nur 2407 Verstöße, die mit einem Bußgeld geahndet wurden.

Die Mitglieder des Finanzausschusses staunten bereits bei diesen Zahlen. Doch Hans-Richard Maul legte als Leiter des Servicebereiches noch nach: Das erst Ende Januar in Betrieb genommene neue stationäre Messgerät an der Lüneburger Ostumgehung in Höhe der Abfahrt Häcklingen blitzt derzeit im Schnitt alle sieben Minuten – in der ersten Woche in 1586 Fällen und vom 4. bis 10. Februar immer noch 1441-mal. Bei einem Drittel der Temposünder wird es übrigens schon teurer, da sie mehr als 21 km/h über den erlaubten 70 liegen, in 30 Fällen läuft es bei den Messungen der ersten Woche sogar auf ein Fahrverbot hinaus.

Die erfolgreichen Anlagen haben auch eine Kehrseite. „Wir bewegen uns auf einem Niveau, das wir nicht mehr bewältigen können“, berichtete Maul über die Situation bei der Bearbeitung der Bescheide. Ansprüche könnten so verjähren. Der Serviceleiter warb daher bei der Kreispolitik darum, zwei Sperrvermerke aufzuheben. Dadurch könnten jeweils ein Mitarbeiter in der Bußgeldstelle und bei der Verkehrsüberwachung neu eingestellt werden.

Mobile Überwachungsgeräte

Sollten die neuen Anlagen die unbeliebten Bilder weiter in dieser Anzahl auslösen, dürfte es mit den beiden Stellen allein nicht getan sein, deutete Maul schon einmal an. Der Bereichsleiter erwartet aber, dass das neue Messgerät an der Ostumgehung bald so bekannt sein dürfte, dass die Zahlen hier zurückgehen. Die mobilen Überwachungsgeräte, die der Landkreis als Beitrag zu einer besseren Verkehrssicherheit vorwiegend vor Schulen, Kindergärten und Altenheimen aufstellt, dürften indes dafür sorgen, dass die Bilanz des ersten Monats sich verstetigt. Maul: „Die beiden Stellen werden dauerhaft benötigt.“

Die Mitglieder des Finanzausschusses befürworten das neue Personal. Die endgültige Entscheidung liegt jetzt am 24. Februar beim Kreisausschuss.

Im vorigen Jahr hatte der Landkreis mit seinen bis dahin sechs stationären Blitzern mehr als 700.000 Euro eingenommen. Selbst mit seinen Neuanschaffungen liegt Lüneburg immer noch hinter den Nachbarkreisen. 13 feste Blitzer stehen im Kreis Harburg, in Uelzen sind es 23, und in Lüchow-Dannenberg haben Raser mit 25 Blitzern besonders schlechte Karten.

Von Marc Rath