Sonntag , 20. September 2020
Das Team GLH Racing war aus Lüneburg dabei: Merrin Boden, Luca Girod, Frederik Rein und Linus Gaulke. Foto: Nordmetall

Nachwuchs für die Formel 1

Wolfsburg/Lüneburg. „Die Formel 1 ist spannend“, sagt Mathis. Zudem begeistert den Schüler des Gymnasiums Lüneburger Heide (GLH) in Melbeck Technik: „Außerdem ist es toll zu sehen, was man als Team geleistet hat.“ Der Elfjährige gehörte zu den Nachwuchs-Schraubern, die in Wolfsburg am Formel-1-Wettbewerb der Nordmetall-Stiftung teilnahmen, einer Organisation der Metallindustrie. Zwei Gruppen kamen aus Melbeck, eine vom Gymnasium Oedeme. Zwar lagen die drei Teams von der Ilmenau am Ende nicht unter den besten, aber GLH-Lehrer Florian Kniedler war trotzdem zufrieden: „Wir haben bewusst nur ein Budget von 50 Euro eingesetzt, bei anderen soll es um Tausende gegangen sein.“ Und für ihre Präsentation hätten seine Crews Anerkennung geerntet. 27 Mannschaften waren in der Autostadt angetreten, es war der elfte Wettbewerb dieser Art. Das Team Fire Wolf des Gymnasiums Oedeme erreichte den vierten Rang.

„Von Jahr zu Jahr entwickeln sich die Teilnehmer weiter. Das ist beeindruckend zu sehen – insbesondere, weil es darum geht, komplexe technische Zusammenhänge zu durchdringen und gemeinsam anwendungsbezogene Lösungen zu erarbeiten“, sagte Jessica Bönsch, Referentin Bildung und Wissenschaft der Stiftung. „Der Wettbewerb unterstützt deshalb auch die Lehrkräfte dabei, einen lebendigen, praxisnahen, fächerübergreifenden und motivierenden Unterricht zu gestalten.“

Konstruktion, Design, Fertigung

Mehrere Monate lang hatten sich rund 140 Schüler im Alter von 11 bis 19 Jahren zusätzlich zur Schulzeit intensiv auf den großen Wettbewerb vorbereitet. Am Computer konstruierten sie ihre Mini-Rennwagen, frästen sie aus Kunststoff oder stellten sie erstmals im 3 D-Druckverfahren her, testeten und optimierten sie und entwarfen ein Portfolio für Jury und Sponsoren. Die rund 20 Zentimeter langen Formel-1-Rennwagen erreichen von einer Gaspatrone angetrieben Geschwindigkeiten von mehr als 80 Kilometern pro Stunde. Neben Schnelligkeit gehe es auch um Konstruktion, Design, Fertigung, Marketing und die Präsentation vor einer Fachjury, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung.

Florian Kniedler berichtet: „Zum vierten Mal nahm das GLH mit zwei Teams an der Landesmeisterschaft teil.“ Das Juniorteam „Rocket Racer“ mit Schülern aus dem 6. und 7. Jahrgang landete bei seiner ersten Teilnahme auf dem 10. Platz. Das Seniorteam, bestehend aus Schülern des 9., 11. und 12. Jahrgangs und teils mit Vorerfahrung, erreichte den 12. Platz: „Im Rahmen eines Columbuskurses am GLH, angeboten als zusätzliches Projektangebot neben der regulären Stundentafel, tüftelten die Schüler ein halbes Jahr lang an ihren Rennautos, dem Messestand und der Präsentation ihrer Arbeit. Die Schüler arbeiteten selbstständig, es gab regelmäßig Treffen mit dem betreuenden Lehrer.“

Am Ende lagen als Gesamtsieger Teams aus Harsefeld, Buchholz und Papenburg vorn. ca