Donnerstag , 1. Oktober 2020
Bezirksvorsitzender Harald Ottmar (M.) mit dem alten Volksbund-Kreisvorsitzenden Manfed Nahrstedt (r.) und dessen Nachfolger Jens Böther. Foto: t&w

Jens Böther übernimmt Volksbund-Vorsitz

Lüneburg . Für ein friedliches Miteinander, für Versöhnung und gegen das Vergessen – dafür stand Lüneburgs ehemaliger Landrat Manfred Nahrstedt in den vergangenen 13 Jahren als ehrenamtlicher Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), Kreisverband Lüneburg. Chef der Kreisverwaltung ist Nahrstedt seit November 2019 nicht mehr – und seit Montag auch nicht mehr Vorsitzender des Volksbundes. Das Ehrenamt übernimmt Jens Böther (CDU) – Nahrstedts gewählter Nachfolger als neuer Lüneburger Landrat. Im Kreishaus überreichte ihm Bezirksvorsitzender Harald Ottmar die Ernennungsurkunde und nutzte dabei zugleich die Gelegenheit, sich bei Manfred Nahrstedt für dessen langjähriges Engagement für die Friedens- und Erinnerungsarbeit zu bedanken.

Die Ernennung Böthers zum neuen Kreisvorsitzenden ist aber nicht die einzige Personal-Veränderung. Neue ehrenamtliche Kreis-Geschäftsführerin des Volksbundes ist Sandra Hensel, die neue Leiterin des Landrat-Büros. Sie übernimmt die Aufgabe von Ulrich Mentz.

„Versöhnung über den Gräbern“

Dass Böther sein Nachfolger als Kreisvorsitzender beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist, begrüßte Nahrstedt ausdrücklich: „Es ist gute Tradition, dass dieses Ehrenamt der Landrat übernimmt.“ Wie sehr zuweilen beide Ämter nur schwer voneinander zu trennen seien, zeige sich spätestens bei den Besuchen in Wagrowic, dem polnischen Partnerkreis. Auch hier stand für Nahrstedt bei seinen Besuchen die Völkerverständigung stets an erster Stelle. „Versöhnung über den Gräbern“ sei für ihn mehr als nur eine Floskel. Denn der Volksbund organisiert jedes Jahr auch Jugendcamps im In- und Ausland.

Dabei haben Jugendliche die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen, gemeinsame Freizeit zu erleben, auf Kriegsgräber- und Gedenkstätten zu arbeiten und sich mit der deutschen und europäischen Geschichte auseinander zu setzen. „In diesem Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal,“ erinnert Bezirks-Geschäftsführer Jan Effinger, dazu finden diverse Gedenkveranstaltungen statt – unter anderem eine fachdidaktische Tagung für Geschichte und Politik für Lehrkräfte in der Leuphana-Universität statt. Und auf dem Timelo-Berg zwischen Wendisch- und Deutsch Evern ist eine Gedenkveranstaltung geplant. An eben jenem Ort, an dem der englische Feldmarschall Montgomery im Mai 1945 die Kapitulation der Wehrmacht in Nordwesteuropa entgegennahm. Schirmherr der Gedenkveranstaltung wird Landrat Böther sein.

Doch die Friedensarbeit des VDK kostet Geld – und die finanziert er zu 85 Prozent über Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie mit Hilfe der jährlichen Straßen- und Haussammlung: Und die fiel im vergangenen Herbst ausgesprochen erfreulich aus. 110.963 Euro sammelten aktive Soldaten und Reservisten im Bezirk – eine Steigerung um rund 5000 Euro im Vergleich zum Vorjahresergebnis.

Von Klaus Reschke