Freitag , 25. September 2020
Christian Cordes, Andreas Heincke, Siegward Bode, Kathrin Schmidt, Annette Menke, Kerstin Moser und Gerda Loitz (v.l.) sind froh, dass es in den Bleckeder Kirchengemeinden wieder vorangeht. (Foto: t&w)

Kirche geht neue Wege

Bleckede. Bei der Kirchengemeinde Bleckede liegt einiges im Argen: Nach dem plötzlichen Tod von Pastor Jens-Peter Müller im vergangenen Sommer und dem Abschied von Pastor Martin Rutkies sind beide Pfarrstellen nicht besetzt. Außerdem gibt Diakonin Stephi Witt ihre halbe Stelle in Bleckede auf. Nun befinden sich die Gemeinden in einer Vakanzphase, halten sich mit einem Vertretungsteam aus dem Kirchenkreis Lüneburg über Wasser. Deshalb sollen die drei Kirchengemeinden Barskamp, Bleckede und Garlstorf zusammengelegt, und zwei Pastorenstellen ausgeschrieben werden.

Positive Rückmeldungen von Gemeindemitgliedern

Schon vor über einem Jahr hat sich die Arbeitsgruppe „Zukunft der Gemeinden Barskamp, Bleckede und Garlstorf“ zusammengefunden, die sich monatlich trifft, um zu erarbeiten, wie es weitergehen könnte.

Gestern hat sie in einer Gemeindeversammlung ein erstes Konzept vorgestellt. Siegward Bode, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes Bleckede, ist zufrieden: „Etwa 35 Gemeindemitglieder waren vor Ort, die Rückmeldungen durchweg positiv. Die Leute waren gegenüber unseren Ideen sehr aufgeschlossen und verstehen, dass wir diesen Schritt gehen müssen. Das ist schon mal ein richtig gutes Gefühl.“ Denn die Fusionspläne seien anfangs kritisch beäugt worden. „Die kleineren Gemeinden hatten Sorge, geschluckt zu werden, das Vertrauen zueinander musste erst wachsen.“ Die Gemeinden seien sich auf Augenhöhe begegnet, „das ist das A und O bei so einem Fusionsprozess.“ Weiterhin sollen so viele Gottesdienste wie möglich stattfinden, erklärt er, pro Monat wird aber eine Gemeinde auf einen eigenen Gottesdienst verzichten müssen.

Kirchenfusion nicht nur eine Notlösung

Siegward Bode betrachtet die Zusammenlegung der Kirchengemeinden nicht als Notlösung, sondern sieht eher Vorteile. „Wir können voneinander profitieren, stellen uns gut auf für die Zukunft. Es ist geboten, dass wir mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten, es kann ja immer etwas sein, sei es Urlaub, Krankheit oder Tod. Das mussten wir im vergangenen Jahr ja sehr schmerzlich erfahren.“

Auch Andreas Heincke, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, stellte die Chancen einer Fusion in den Vordergrund. „Die Identität der einzelnen Kirchengemeinden soll erhalten bleiben, aber die Strukturen vereinfacht werden. „Wenn wir die ehrenamtlichen Gruppen zentralisieren, entlastet das auch die Pastoren. Es wird ohnehin schwerig sein, jemanden zu finden. Auch unter den Theologen schlägt der Fachkräftemangel zu. Die Mitgliederzahlen gehen zurück. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir dürfen nicht nur gucken, wie es in zwei, drei Jahren aussieht, sondern auch, wo wir in fünfzehn Jahren stehen.“

Zusammenschluss soll auch die Pastoren entlasten

Die Fusion der Kirchengemeinden muss noch offiziell von den Vorständen beschlossen werden, das gilt als reine Formsache. „Die Entscheidung muss durch die Gremien und dann zum Landeskirchenamt nach Hannover. Die wird es erfahrungsgemäß genehmigen, von anderen Gemeinden wissen wir bereits, dass das ganze Prozeder etwa neun bis zwölf Monate in Anspruch nehmen wird. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Stellen jetzt im April ausschreiben können“, sagte Andreas Heincke zum Ablauf.

Superintendent Christian Cordes ist sehr zufrieden, wie die Gemeinden mit der Situation umgehen. „Ich stehe den Vorständen mit Rat und Tat zur Seite, weiß aber, dass sie ihren eigenen Weg finden.“

Von Lea Schulze