Haben die Konferenz organisiert: Vitus Lehner (hinten v.l.), Jennafer Morgan, Jonathan Noel, Pascal Kölpien, Rudo Femuko (vorne v.l.), Chanrita Srey, Julia Brinkmann und Tanja Doucet. (Foto: t&w)

Nachhaltige Landwirtschaft künftig auch in Städten?

Lüneburg. Auch in der Stadt sollte man sich über die Herkunft von Lebensmitteln Gedanken machen. Das finden zumindest die acht Studenten, die jetzt die LüneFarming-Konferenz an der Leuphana Universität organisiert haben. Welchen Wandel kann urbane Landwirtschaft bewirken? Und in welche lokalen Projekte können interessierte Lüneburger einsteigen? Diese Fragen wurden bei der zweitägigen Veranstaltung diskutiert.

„Viele Menschen interessieren sich zurzeit für das Thema Landwirtschaft“, meinte die Studentin Julia Brinkmann. „Deshalb haben wir uns dieses Thema ausgesucht. Wir wollten in dieser Konferenz Wege aufzeigen, wie sich auch Menschen in der Stadt für nachhaltige Ernährung einsetzen können.“ Dabei konzentrierte sich die Konferenz vor allem auf drei Perspektiven: die politische und wirtschaftliche, die gemeinschaftliche und die ökologische Sicht. Entstanden ist die Veranstaltung im Rahmen eines transdisziplinären Seminars an der Leuphana Universität, das von Professor Michael Braungart (Mitbegründer von „Cradle-to-Cradle“) geleitet wurde.

Bremer Gemüsewerft

Für den politischen Bereich war am Freitag Philipp Stierand verantwortlich. Der Experte für kommunale Ernährungspolitik hielt einen Vortrag darüber, wie eben diese auch in Lüneburg aussehen könnte und wie die Lebensmittelversorgung die nachhaltige Entwicklung einer Stadt unterstützen kann.

„Ich beschäftige mich schon seit 15 Jahren mit Stadtentwicklung und Ernährung“, sagte Stierand, „aber damals hat sich in Deutschland noch kaum jemand dafür interessiert. Die Studenten waren dabei der wichtigste Hebel, das innovativste Element. Und das sind sie noch heute, deshalb freue ich mich, sie bei dieser Konferenz unterstützen zu können.“

„Lüneburg kann sich einiges von anderen Städten abschauen.“ – Tanja Doucet, Studentin

Weitere Vorträge von Christa Müller und Michael Scheer behandelten die „Urban-Gardening-Bewegung“ und die „Bremer Gemüsewerft“, ein integratives Projekt, bei dem Lebensmittel in den Bremer Hafengebieten angepflanzt werden. „Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass Lüneburg sich einiges von anderen Städten abschauen kann“, meinte die Studentin Tanja Doucet.

Genau das war auch ein wichtiges Ziel der Konferenz, meinte Julia Brinkmann. „Wir wollen den Menschen urbane Landwirtschaft ins Bewusstsein rufen und sie dazu animieren, sich mit bereits vorhandenen Projekten und Möglichkeiten vor Ort auseinander zu setzen.“ Dafür konnten die rund 100 Teilnehmer am Sonnabend in Workshops Lüneburger Initiativen kennenlernen.

Lüneburger sollten sich aktiv beteiligen

Mit dabei waren unter anderem der Ernährungsrat Lüneburg, die Bürgerinitiative Grüngürtel West und EcoNa, ein Bildungsprojekt zu Ernährungssouveränität. Die Lüneburger sollten sich aktiv daran beteiligen, die Stadt zumindest theoretisch grüner, nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten. „Durch diese Konferenz soll wieder eine gesunde Beziehung zu unseren Lebensmitteln aufgebaut werden“, so Julia Brinkmann. „Diese haben Städter häufig verloren.“

Die acht Studenten wünschten sich vor allem eines: Dass die Ideen, die auf ihrer Konferenz diskutiert wurden, auch weiter verfolgt werden. „Es wäre schön, wenn das Ganze einen nachhaltigen Effekt hätte und nicht nur eine punktuelle Veranstaltung ist“, meinte Tanja Doucet.

Von Lilly von Consbruch