Donnerstag , 29. Oktober 2020
Sie wollen zum nachhaltigen Schenken am Valentinstag anregen: (v.l.) Antonia Wilhelms, Juliane Graf , Petra Wöhnecke, Julia Holland und Rosa-Maria Merklinger. (Foto: t&w)

Schenken mit gutem Gewissen

Lüneburg. Reiner Kommerz oder ein Tag für besondere Romantik? Am Valentinstag scheiden sich die Geister. Für jene, die ihre Liebste oder ihren Liebsten an dem Tag mit einer Aufmerksamkeit überraschen wollen, haben sich jetzt vier Schülerinnen quasi ein Geschenkpaket für das gute Gewissen überlegt – als Schulprojekt. Ihre Idee dahinter: Statt roter Rosen im Winter und Schokopralinen aus dem Supermarkt geht es auch nachhaltiger – regionaler, fairer und mit weniger Müll.

Rosa-Marie Merklinger, Antonia Wilhelms, Julia Lea Merri Holland und Juliane Graf machen ihr Fach-Abitur mit dem Schwerpunkt Wirtschaft. „Wir haben uns überlegt, wie wir den Tag der Liebe für alle ein bisschen nachhaltiger gestalten können. Schließlich geht es auch um die Liebe zur Umwelt“, erzählt Juliane Graf.

Wo kommt die Schokolade her?

Es sind Kleinigkeiten, die jeder tun kann. Blumen aus der Region wählen und in Papier statt in Folie wickeln zu lassen, seien Beispiele. Aber auch bei der Schokolade greifen viele zur Ware vom Discounter, von der kaum jemand genau weiß, woher die eigentlich kommt.

Um ihren Appell zum Umdenken an den Mann zu bringen, hat das Quartett der Berufsbildenden Schule Lüneburg Petra Wöhnecke, Floristin in fünfter Generation, mit ihrem Blumengeschäft an Bord geholt: „Alle unsere Tulpen sind aus eigenem Anbau. Wir sind einer der wenigen Betriebe, die noch selber anpflanzen.“ Die Discounter-Schokolade soll ersetzt werden durch Schokolade, die unter fairen Bedingungen angebaut und produziert wird und für die angemessene Preise bezahlt werden.

Warum Tulpen besser sind als Rosen

Die Schülerinnen haben also ein Valentinstag-Paket geschnürt. Schokolade mit dem Label Fairafric und Blumen aus Lüneburg, ein Hingucker, der eben auch nachhaltig ist. Rosa-Marie Merklinger und ihre Mitstreiterinnen nehmen bereits eifrig Bestellungen an der Schule entgegen. Außerdem gibt es die Valentinsgrüße fürs gute Gewissen am Sonnabend, 8. Februar, auf dem Wochenmarkt am Rathaus und im Laden von Blumen Wöhnecke.

Die Schülerinnen wollen damit einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass der eine oder die andere umdenkt.

Von Malin Mennrich