Samstag , 8. August 2020
Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge hat Hella Siedenburg die Bundesverdienstmedaille ans Revers geheftet. (Foto: t&w)

Ein Orden für das Ehrenamt

Lüneburg. „Wenn wir alles täten, wozu wir imstande sind, würden wir uns wahrscheinlich in Erstaunen versetzen“, rezitierte Oberbürgermeister Ulrich Mädge am Donnerstag im Huldigungssaal des Rathauses den amerikanischen Erfinder Thomas Edison. Und an Hella Siedenburg gerichtet fügte er hinzu: „Sie haben uns bereits in Staunen versetzt.“ Für ihr vielseitiges ehrenamtliches Engagement überreichte Mädge der 76-Jährigen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik.

Mehr als 200 gemeinnützige Projekte angestoßen

Hella Siedenburg ist seit Gründung der Lüneburger Bürgerstiftung 2005 Vorstandsmitglied derselben und setzte sich dort besonders für generationsübergreifende Projekte ein. „Mit großem Einsatz, viel Kraft und Energie haben Sie die Bürgerstiftung bis heute geprägt“, sagte Mädge. Siedenburgs ausgleichende und respektvolle Art, ihre diplomatische und wegweisende Arbeit und ihr kühler Kopf auch in politischen Diskussionen hätten dazu beigetragen, dass mehr als 200 gemeinnützige Projekte von der Stiftung angestoßen werden konnten.

Vor ihrem Ruhestand leitete die 76-Jährige 25 Jahre lang die Kita Stadtmitte. „Kinder, Lesen und Bildung: Die Kombination passt zu Ihrem Lebenslauf“, meinte der Oberbürgermeister. Deshalb gründete Hella Siedenburg 2001 den Freundeskreis der Ratsbücherei Lüneburg und engagierte sich jahrelang im Hockeysport. „Sie haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Hockeyclub heute über eine funktionierende Organisationsstruktur und ein lebendiges Vereinsleben verfügt.“

Freude über „wunderbare Worte“

Bevor Mädge die Ehrenmedaille an Hella Siedenburg überreichte, bat er sie noch um einen Gefallen. „Machen Sie bitte noch ein wenig weiter. Oder organisieren Sie rechtzeitig Ihre Nachfolge, damit diese tolle Arbeit weitergeführt wird.“

Die ausgezeichnete Hella Siedenburg freute sich „von Herzen über die wunderbaren Worte“ des Oberbürgermeisters und bedankte sich für die besondere Ehrung. „Ich nehme den Orden gerne stellvertretend für alle Ehrenamtlichen an“, sagte sie. „Ich sehe das nicht als Auszeichnung, die nur mir gehört. Ich habe so viele Menschen kennengelernt und mit ihnen zusammengearbeitet, dieser Orden gilt auch ihnen. Alleine hätte ich das nicht geschafft.“ lvc