Schnelltest
Mehr als 40 Prozent der befragten Betriebe testen ihre Mitarbeiter bereits oder haben dies vor. (Foto: Adobe Stock)

Wirtschaft benötigt Unterstützung bei Tests

Lüneburg. Neue Regeln und ein größeres Angebot an Schnell- und Selbsttests machen jetzt auf breiter Ebene Corona-Testungen in der Wirtschaft möglich. Mehr als 40 Prozent der befragten Betriebe im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHK) testen ihre Mitarbeiter bereits oder haben dies in Planung. Hinderungsgründe, die gegen das Testen sprechen, sind vor allem die Kosten und noch viele offene Fragen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Blitzumfrage, an der sich 337 Unternehmen aus dem hiesigen IHK-Bezirk beteiligt haben.

Lediglich 16 Prozent der befragten Betriebe bieten ihren Beschäftigten regelmäßig Corona-Tests an. 27 Prozent planen, in Kürze regelmäßige betriebliche Tests einzuführen. 57 Prozent der Befragten testen nicht regelmäßig und haben dies auch nicht vor. Als Gründe werden sowohl Betriebsschließungen (25 Prozent) als auch die Arbeit im Homeoffice (19 Prozent) angegeben.

„Die Testkosten stellen für diejenigen Betriebe, die ohnehin von der Krise stark betroffen sind, oder die – wie die Lebensmittelwirtschaft – sehr knapp kalkulieren müssen, ein großes Hindernis dar. Nicht zuletzt spielen auch Beschaffungsprobleme eine Rolle“, erklärt Andreas Kirschenmann, Präsident der IHK „Schon ein Test pro Woche kann enorm zur Senkung des Reproduktionswertes beitragen.”

Auch 55 Prozent der Unternehmen, die bereits aktiv und regelmäßig Tests durchführen, wünschen sich bei der Finanzierung Unterstützung durch Land oder Bund.

Ein weiteres Hindernis sind viele offene Fragen: Wie konkret kann das Testen im Betrieb umgesetzt werden? Wo findet man Schulungen, um Mitarbeiter für die Durchführung der Tests zu qualifizieren? Welche arbeitsrechtlichen Fragen sind zu beachten?

„Die Wirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst, und viele Unternehmen sind bereit, ihren Beitrag durch eine betriebliche Teststrategie zu leisten. Das kann allerdings nur funktionieren, wenn die Rahmenbedingungen ausreichend klar sind, die Beschaffung der Tests funktioniert und für Betriebe in krisenbedingter Not auch Fördermöglichkeiten fürs Testen bereitstehen“, fordert Kirschenmann. „Denn eins muss uns klar sein: Die Kosten einer dritten Welle können wir alle nicht tragen.”

Ein umfangreiches, laufend aktualisiertes Infopaket rund um Corona-Tests in Unternehmen bietet die IHK auf der Seite www.ihk-lueneburg.de/corona-test an. lz

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