Auch in der Gemeinde Adendorf könnte bald ein Glasfasernetz verlegt werden. Foto: A/be

Zweiter Anlauf für die Glasfaser-Technik

Adendorf. Vor fast genau zwei Jahren schien es schon einmal so, als würde das Zeitalter des schnellen Internets, basierend auf einem modernen Glasfasernetz, in der Gemeinde Adendorf Einzug halten. Experten des Telekommunikationsunternehmens NGN Telecom GmbH erläuterten damals, Anfang März 2018, im Ratsausschuss für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen ihre Pläne für Adendorf.

„Auf zum Baggern“, verbreitete Matthias Theisen, der damalige Geschäftsführer der NGN Telecom, am Ende der Veranstaltung Aufbruchstimmung. Personelle Veränderungen bei dem Unternehmen brachten das Projekt dann aber ins Stocken. Jetzt soll es in Adendorf weitergehen.

Zum Hintergrund: Adendorf gehört zu den Kommunen, die in Sachen Internet mit einer Surfgeschwindigkeit von 30 Mbit/s als „grundversorgt“ gelten – aber auch diese Geschwindigkeit wird nicht in allen Bereichen der Gemeinde erreicht. Öffentliche Träger, also auch die Gemeinde, dürfen dort nicht investieren. Stattdessen können nur private Anbieter, die „eigenwirtschaftlich“ arbeiten und auf eigenes Risiko bauen, aktiv werden.

Gespräche sind wieder konkreter geworden

Der Kontakt zur NGN Telecom, die mittlerweile mit dem Unternehmen Ropa GmbH, beide mit Sitz in Schwäbisch Gmünd, verbunden ist, sei „locker“ aufrecht erhalten worden, erklärt Bürgermeister Thomas Maack (SPD). Seit einem halben Jahr, so Maack, seien die Gespräche wieder konkreter geworden.

In dieser Woche waren nun Vertreter der NGN Telecom und der Ropa, die zurzeit auch Glasfasernetze für Teile der Samtgemeinden Bardowick und Gellersen erstellen, im Verwaltungsausschuss des Adendorfer Gemeinderats zu Gast. Und, wie schon vor zwei Jahren, zeigte sich, so berichtet Bürgermeister Thomas Maack, dass die Politik hinter dem Vorhaben steht.

„Glasfaser hat eine ganz andere Qualität als das vorhandene Kupferkabel. Wir wollen den Schritt in das digitale Zeitalter machen“, sagt Maack, der auch auf eine weitere Steigerung der Attraktivität der 10.800-Einwohner-Gemeinde setzt.

Liegen erst einmal Glasfaserkabel im Adendorfer Boden, sollen auch dort Bandbreiten von bis zu 1000 Megabit/s erreicht werden. Der Verwaltungschef sagte schon vor zwei Jahren: „Wir müssen in die Zukunft denken und aufpassen, dass wir nicht irgendwann hinten runterfallen.“

Anlaufstellen für die Bürger

Das weitere Vorgehen könnte so aussehen: Ab Ende Februar würden NGN Telecom und Ropa den Adendorfern und Erbstorfern in Informationsveranstaltungen über ihr Vorhaben berichten. Infobroschüren würden verteilt, Büros als Anlaufstellen für die Bürger eingerichtet werden.

Folgen würde eine „Vorvermarktungsphase“, in der die infrage kommenden Haushalte einen Vorvertrag mit dem Internetanbieter schließen können. Wie bei vergleichbaren Projekten würden für die teilnehmenden Haushalte keine Anschlussgebühren anfallen, wenn sie innerhalb einer festgesetzten Frist ihren Vertrag abschließen.

Im Spätsommer würde eine Entscheidung über den Ausbau fallen. Für Ende des Jahres könnte sich Bürgermeister Maack einen Baubeginn vorstellen – immer vorausgesetzt, ausreichend Adendorfer und Erbstorfer Haushalte, von denen es etwa 6700 gibt, entscheiden sich für den Schritt ins digitale Zeitalter.

Von Ingo Petersen

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