Dienstag , 29. September 2020
Bislang blitzt es auf der Ostumgehung kurz hinter der Zufahrt Lüneburg-Nord und in Höhe Lüneburg-Moorfeld. Nun kommt ein weiterer Blitzer hinzu. (Foto: t&w)

Gasfuß kann jetzt teuer werden

Lüneburg. Die Polizei kann einen gern genutzten Standort für ihre Radarmessgeräte von der Liste streichen – der Landkreis hat am Mittwoch einen festen Blitzer an der Ostumgehung in Höhe der Abfahrt Häcklingen aufgestellt. Der Apparat dürfte sich relativ schnell refinanziert haben, denn in Richtung Amelinghausen halten sich viele nicht an die vorgeschriebenen 70 km/h. So hat die Polizei beispielsweise Anfang November binnen gut vier Stunden 250 zu schnelle Fahrer ertappt, die Spitzenreiter mit 126 und 132 km/h – Lappen weg. Und so läuft das seit Jahren.

Weil es auf diesem Abschnitt so gefährlich sei, so lautet die Begründung aus dem Kreishaus, habe der Kreistag beschlossen, dort einen Blitzer zu installieren. Der Verkehr teilt sich in diesem Bereich: Ein Teil der Fahrer biegt ab, um die Innenstadt oder ein Stück weiter Melbeck anzusteuern, andere fahren geradeaus nach Amelinghausen. Der Kasten entwickelt eine gewisse Bremswirkung – es gehe um die Sicherheit. Das begrüßt man auch Auf der Hude, Polizeisprecher Kai Richter sagt: „Dort besteht ein dauerhaftes Problem, es ist sinnvoll, dass der Kreis da reagiert.“

Siebter stationärer Blitzer im Landkreis

Landkreis-Sprecherin Urte Modlich hatte kürzlich erklärt, dass es bei den Messanlagen nicht darum gehe, Kasse zu machen, obwohl allein von Januar bis Anfang Dezember 2019 nach Angaben rund 700 000 Tempo-Euros in der Kasse Auf dem Michaeliskloster klimperten. Allerdings verbleibe davon kaum etwas beim Landkreis: „Den erzielten Einnahmen stehen Personal-, Technik- und Mietkosten in nahezu gleicher Höhe gegenüber.“

Es ist die siebte „stationäre Geschwindigkeitsmessanlage“ im Landkreis Lüneburg, dazu kommen zwei mobile, so wie seit ein paar Monaten die drei Anhänger, die an wechselnden Standorten rasante Portraitfotos schießen. Mitte Dezember hatte das Ordnungsamt eine erste Bilanz gezogen, da war der erste Blitzer-Anhänger einen Monat im Einsatz: Er hatte 266-mal ausgelöst. Die Temposünder wurden ausschließlich an Schulwegen, nahe von Kindergärten und beispielsweise Seniorenheimen erwischt. Anscheinend gefällt manchem diese Art der Verkehrserziehung nicht, denn die Optik der fahrbaren Beobachter erblindet des öfteren – Unbekannte beschmieren sie mit ­Farbe.

Die nun sieben stationären Blitzer stehen an der Bundesstraße 209 bei Rehrhof und in Brietlingen, an der Ostumgehung in Fahrtrichtung Süden kurz hinter der Zufahrt Lüneburg-Nord sowie an der Gegenfahrbahn in Höhe Lüne-Moorfeld und nun neu in Höhe Häcklingen.

Die wechselnden Standorte der Überwachungswagen veröffentlicht die LZ in Zusammenarbeit mit der Verkehrsbehörde regelmäßig auf der Seite 2, sie sind zudem nachzulesen im Internet unter: www.landkreis-lueneburg.de/geschwindigkeitskontrollen

Von Carlo Eggeling