Mittwoch , 23. September 2020
Bereits im November vergangenen Jahres hat die Polizei ihr neues Domizil bezogen. Foto: t&w

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Bleckede. Von der Lüneburger Straße in die Bahnhofstraße ging es Ende November für gut ein Dutzend Mitarbeiter der Polizeistation Bleckede. Grund für den Umzug war, dass die Stadt Bleckede im Jahr 2018 Eigenbedarf an den Räumlichkeiten, die in ihrem Eigentum stehen, angekündigt hatte. „Die Stadt platzte damals aus allen Nähten“, erinnert sich Dienststellenleiter Karl-Heinz Pohl.

Der Mietvertrag der Polizei lief zum 30. April 2019 aus, allerdings mit der Option, länger zu bleiben, sollten die Ordnungshüter sonst auf der Straße sitzen. Platz für einen Neubau war dann aber recht schnell gefunden. Dort, wo heute die neue Polizeistation steht, war zuvor eine große Kfz-Halle, die abgerissen wurde. Den Bau des neuen Gebäudes schrieb die Polizeiinspektion öffentlich aus, den Zuschlag erhielt die Firma Wiebau.

„Das vereinfachte alles, denn Wiebau hat schon die zwei Polizeigebäude in Scharnebeck gebaut, die konnten in Bleckede 1:1 umgesetzt werden und waren komplett auf uns zugeschnitten“, erzählt Pohl. Er ist sehr zufrieden mit dem Verlauf des Umzugs. „Das war gar nicht schlimm, es wurde ja lange genug vorher angekündigt und alle waren sehr bemüht, allen voran der Landkreis Lüneburg und der damalige Bürgermeister Jens Böther. Der Zeitraum von der Ankündigung, dass wir raus müssen, bis zur Fertigstellung unseres neuen Gebäudes war wirklich kurz.“ Im Frühjahr 2019 ging der Bau los, im Juli war das Richtfest und im November hieß es dann Kartons packen. Zwei Tage dauerte der Umzug von der alten in die neue Wache.

Nur die Garage für den Bulli fehlt noch

Der Neubau bietet viele Vorteile, so empfinden es die Polizisten als angenehm, dass sie Besucher des Reviers durch die Glastür nun vorab sehen können. Das war durch die massive Holztür im alten Schulhaus von 1899 nicht möglich. Außerdem ist die neue Polizeistation barrierefrei, verfügt über behindertengerechte Toiletten. „Früher mussten wir Rollstuhlfahrer zwei Stufen hinaufheben, sicherlich eine Hürde im doppelten Sinne, sich an uns zu wenden.“ Ein wenig trauert Pohl der alten Lage nach. „Wir sind jetzt immer noch zentral, aber vorher waren wir wirklich mittendrin.“

Ganz glatt lief der Umzug dann doch nicht ab, durch defekte Duscharmaturen gab es gleich zu Beginn einen Wasserschaden, Fliesen mussten wieder herausgeschlagen, Fußboden entfernt und neu tapeziert werden. Karl-Heinz Pohl: „Vier Wochen liefen hier die Trocknungsmaschinen. Am 30. Dezember war das dann endlich durch und Mitte Januar alles fertig.“ Noch nicht abgeschlossen ist die Außenanlage, wegen der Witterung wird die erst im Frühjahr angelegt. Auch die große Garage für den Polizei-Bulli wird sehnsüchtig erwartet. Die Bleckeder sind für die Fertiggarage auf Lieferzeiten angewiesen, diese liegen bei zwölf Wochen. Der Bulli passt zwar in die normale Garage, erzählt Pohl, das sei aber Zentimeterarbeit.

Eine Zelle sucht man in der Bleckeder Polizeistelle übrigens vergeblich: Da sie nicht 24 Stunden besetzt ist, dürfen hier keine Menschen in Gewahrsam genommen werden. „Wir können unsere Kunden ja hier nicht über Nacht alleine lassen“, sagt der Dienststellenleiter schmunzelnd. „Für die geht es dann nach Lüneburg.“

Dienststellenleiter geht in den Ruhestand

Am Donnerstag, 13. Februar, wird das neue Revier offiziell eingeweiht, für Karl-Heinz Pohl gleichzeitig ein Abschied. Nach 45 Jahren und vier Monaten geht er in Pension, gibt den Stab an seinen Nachfolger Lorenz Reimers weiter, der bislang noch bei der Zentralen Kriminalinspektion in Lüneburg arbeitet. Seinem Ruhestand blickt Pohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen: „Das Klima hier ist sehr gut, wir sind ein tolles Team und hier in Bleckede arbeiten wir doch, wo andere Urlaub machen“, sagt er. „Der Job macht mir Spaß, die Entscheidung, zur Polizei zu gehen, war für mich genau die richtige. Aber jetzt ist es Zeit, den Jüngeren eine Chance zu geben.“ Pohl hat im vergangenen Jahr geheiratet, liebt die Arbeit im Garten und Boot fahren. „Langeweile wird bei mir nicht aufkommen“, ist er sich sicher.

Von Lea Schulze