Sonntag , 1. November 2020
Auf einem rund 7000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Promenadenweg/Lerchenweg soll die Anlage entstehen. Foto: be

Alles klar am Promenadenweg

Amelinghausen. Nach der Klärung noch offener Fragen durch Investor und Betreiber hat es im zweiten Anlauf geklappt: Der Gemeinderat Amelinghausen gab bei seiner öffentlichen Sitzung im Rathaus am Mittwochabend grünes Licht zur Aufstellung des Bebauungsplan Nr. 36 „Servicewohnanlage am Promenadenweg“. Das ist der Startschuss für den gemeindlichen Planungsprozess zur Ansiedlung einer speziellen Wohnanlage für ältere Menschen im Naherholungsgebiet Lopaupark. Fraktionsübergreifend stimmten zehn Ratsmitglieder dafür, allein der fraktionslose Ex-Samtgemeindebürger Helmut Völker blieb bei seiner ablehnenden Haltung.

Es geht um die Bebauung eines rund 7000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Ecke Promenadenweg/Lerchenweg. Das Areal, noch im Eigentum der Samtgemeinde Amelinghausen, will die Lüneburger Wohnungsgenossenschaft erwerben und darauf vier barrierefreie Häuser errichten mit jeweils drei Etagen und zwei Vollgeschossen.

40 bis 46 Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen sind vorgesehen

Darin seien laut Ulf Reinhardt, geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft, 40 bis 46 Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen vorgesehen mit Größen zwischen 49 bis 66 Quadratmetern, die an ältere Menschen vermietet werden sollen. Gekoppelt werde der Bezug jeder Wohnung an einen Servicevertrag mit der „Ambulanten Hauskrankenpflege Fischer“ in Amelinghausen.

Über das Leistungsspektrum der Serviceverträge informierte Marwin Fischer von der Hauskrankenpflege Fischer. So müssten künftige Bewohner mindestens das Grundpaket abschließen – für 75 Euro pro Person und Monat. Darin enthalten seien Beratungsleistungen bei Behördengängen bis hin zu Hilfestellung bei Apotheken- und Arztbesuchen. Dafür sei vier Tage die Woche vormittags ein Servicebüro in der Anlage geöffnet.

Wer mehr ausgibt, könne etwa auch das „Spaßpaket“ (Fischer) buchen, mit Angeboten zum gemeinsamen Kochen und Backen, Ausflügen und Theaterbesuchen. Hinzu kämen im Bedarfsfall pflegerische Leistungen, die von Pflege- und Krankenkasse mitgetragen würden. Laut Fischer hätten sich bereits 21 Interessenten aus dem bisherigen Kundenstamm der Firma für das neue Wohnprojekt gemeldet.

„Wir verkaufen keine Immobilie“

Ratsmitglied Völker kritisierte unter anderem, dass die Wohnungen nur vermietet würden und kein Anteil für Eigentumswohnungen vorgesehen sei. Dazu sagte Reinhardt von der Wohnungsgenossenschaft: „Wir sind Bestandshalter, wir verkaufen keine Immobilie.“ Dass aber weiterer Bedarf an Eigentumswohnungen bestehe, könne er sich vorstellen. „Doch diese Masse ist jetzt notwendig“, damit es für Wohnungsgenossenschaft und Firma Fischer wirtschaftlich darstellbar sei. Reinhardt weiter: „Immerhin investieren wir hier voraussichtlich rund zehn Millionen Euro.“

Ratsmitglied John Bohn (SPD) lobte das Vorhaben: „Das ist ein tolles Konzept, das auch andere Gemeinden gerne hätten.“ Auch der Standort gegenüber dem Seniorenheim sei vertretbar. Positiv äußerte sich auch Ernst-Henning Michaelis (CDU) zu dem Konzept, gleichwohl lasse er sich „noch nicht darauf festnageln, da kann sich noch einiges ändern“. Mit dem Aufstellungsbeschluss stimmte der Rat auch für die Durchführung einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung.

Von Dennis Thomas