Donnerstag , 1. Oktober 2020
Im künftigen Porsche-Zentrum sollen 20 neue Arbeitsplätze entstehen. Foto: Enno Friedrich

Porsche hisst die Flagge in Lüneburg

Lüneburg. Die Arena-Baustelle erhält Zuwachs: in direkter Nachbarschaft entsteht ein Porsche-Zentrum. Auf einem mehr als 6000 Quadratmeter großen Grundstück sollen rund sieben Millionen Euro investiert werden und 20 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Fahrplan ist durchaus sportlich: Der Spatenstich ist für Mai geplant, die Neueröffnung voraussichtlich Mitte 2021 – also nach der Arena-Eröffnung. Wahrscheinlich.

Dass die Marke Porsche nach dann rund zehn Jahren Abstinenz in die Hansestadt zurückkehren wird, war schon länger klar. Im März 2019 wurde der LZ bestätigt, dass die Vorentscheidung gefallen sei. Nur wer aus Zuffenhausen den Vorzug erhalten sollte, war noch offen. Im Rennen waren die Niederlassung Hamburg und der Konkurrent, das Porsche Zentrum Lübeck. Deren Geschäftsführer, York-Alexander Dunger, war vor einem Jahr im Gespräch mit der LZ noch zurückhaltend bis verschwiegen, nun steht fest: Die Lübecker Senger Gruppe hat den Zuschlag erhalten (siehe Infobox).

Dunger freut sich schon auf die Eröffnung: ,,Porsche Enthusiasten werden so künftig auch in Lüneburg das finden, was sie begeistert – von Neu- und Gebrauchtwagen über die Fachwerkstatt bis hin zu Ersatzteilen und Zubehör. Kurzum: die Faszination Porsche.“

Chance für die alten Havemänner?

Sicher ist auch, dass bald Fachkräfte gesucht werden. Vielleicht wird die Senger Gruppe bei den alten „Havemännern“ fündig. Im März 2011 hatte das Autohaus Havemann das Kapitel Porsche beendet. Die damaligen Mitarbeiter haben viel Erfahrung, die auch heute noch gebraucht wird. Denn gerade bei Porsche geht es um Erfahrung. Die durchschnittliche Haltedauer dieser Fahrzeuge liegt deutlich über dem Durchschnitt der deutschen Autoflotte von derzeit 9,4 Jahren.

Auch die Hamburger hatten großes Interesse an Lüneburg. Denn, so hieß es damals, die Hansestadt und die angrenzenden Landkreise seien ein gleichermaßen großes wie interessantes Marktgebiet, in dem es schon zu Havemannschen Zeiten einen Stamm von etwa 1300 Kunden gegeben habe.

Auch wenn Porsche-Fahrzeuge nicht unbedingt als Sparwunder gelten, hat die Rückkehr nach Lüneburg eine ökologische Komponente: Aktuell gibt es nach Auskunft des Landkreises 601 Porsche-Fahrzeuge mit einem LG auf dem Nummernschild. Im Durchschnitt muss jeder dieser 601 Besitzer einmal im Jahr mit seinem Wagen zur Werkstatt fahren. Statt 110 Kilometer hin und zurück nach Hamburg würde ab Mitte 2021 nur noch der Weg zur Lüner Rennbahn fällig. Da kommen einige Liter Sprit und viele Kilogramm Kohlendioxid zusammen, die eingespart werden können. wko

Auto Senger Gruppe

Das Porsche Zentrum Lübeck wurde 2012 von der Unternehmensgruppe Auto Senger übernommen, eine der größten Händlergruppen in Deutschland mit Hauptsitz in Rheine. Als geschäftsführender Gesellschafter leitet Andreas Senger das Familienunternehmen gemeinsam mit seinen Kindern Stefanie und Jörg Senger. Mit heute 46 Betrieben an 35 Standorten und mehr als 2600 Beschäftigten agiert Auto Senger als Partner für die Marken Porsche, Audi, VW, Mercedes-Benz, Skoda, Smart und VW Nutzfahrzeuge.