Bald soll das „Kein“ wegfallen, denn eine neue Trinkwasserleitung wird zum Friedhof in Südergellersen verlegt. Foto: t&w

Trinkwasser für den Friedhof

Reppenstedt/Südergellersen. Der Bau der neuen Trinkwasserleitung für den Friedhof Südergellersen fällt teurer aus als ursprünglich im Samtgemeindehaushalt Gellersen eingeplant war: 60.000 Euro statt der ursprünglich veranschlagten 50.000 Euro würden fällig, hieß es bei der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates in Reppenstedt. Die Mehrkosten wurden vom Rat durchgewunken. Für Diskussionsstoff sorgte hingegen ein anderer Aspekt: Ratsherr Hinrich Bonin (SPD) wunderte sich, warum trotz der neuen Trinkwasserleitung am öffentlichen Wasserhahn des Friedhofs das Hinweisschild „Kein Trinkwasser“ bestehen bleibt.

Der Friedhof liegt rund 800 Meter nordöstlich des Südergellerser Ortsrands in einem Waldstück. Die dort entlangführende Gemeindestraße (Friedhofsweg) ist eine beliebte Strecke für Läufer. Darauf machte SPD-Fraktionsvorsitzender Bonin aufmerksam: „Der Bereich ist stark frequentiert.“ Er selber hoffe, am Friedhof künftig seine Trinkwasserflasche auffüllen zu können, nachdem die neue Leitung hergestellt ist. Dem widersprach allerdings Samtgemeindebürgermeister Steffen Gärtner (CDU): Am Friedhof sei „keine externe Trinkwasserzapfstelle“ geplant. Vielmehr sei schon der Bau der vorherigen Wasserleitung am Friedhof darin begründet gewesen, einen Anzapfpunkt für die Feuerwehr bei Waldbrand-Lagen zu ermöglichen.

Anforderungen der Trinkwasserverordnung

Ratsmitglied Jürgen Hövermann (CDU) erläuterte, dass die jetzige Leitungserneuerung notwendig gewesen sei, um eine mögliche Keimbildung im Leitungsnetz durch sogenanntes Stagnationswasser zu vermeiden. Dadurch, dass die Einrohr- nun durch eine Doppelleitung ersetzt wurde, sei eine Zirkulation des Leitungswassers gewährleistet. Laut Gärtner bliebe aber das Hinweisschild „Kein Trinkwasser“ am Friedhofswasserhahn erhalten, weil die Samtgemeinde Gellersen nicht ohne Weiteres eine regelmäßige Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleisten könne.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes muss „in einem Wasserwerk aufbereitetes oder direkt einem Hausbrunnen entnommenes Trinkwasser bis zum Wasserhahn den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen“.

Hinrich Bonin beharrte darauf, dass die Samtgemeinde die Einrichtung einer Trinkwasserzapfstelle prüfen möge und wollte überdies wissen, was passiert, wenn er trotz des Warnhinweises das kühle Nass aus dem Wasserhahn am Friedhof trinke? „Im Zweifelsfall bist du dann schon an der richtigen Stelle“, sagte Oliver Glodzei (Grüne). Und Jürgen Hesse (SOLI) stimmte mit ein: „Wir könnten einen ehrenamtlichen Hahnbeauftragten bestimmen. Dann kann Hinrich das machen und regelmäßig den Hahn putzen.“ dth