Samstag , 26. September 2020
Ziel der Lernwerkstatt ist es, dass die Teilnehmer selbst Fragen formulieren und diese am Ende beantworten können. Foto: t&w

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Lüneburg. Es ist vor allem eine Frage, die die Schüler der Kindertafel an diesem Tag beschäftigt: Kann Geld schwimmen? Die Dritt- und Viertklässler haben sich i n der neuen Lernwerkstatt der Leuphana eingefunden, um mit vier Studentinnen das Thema „Schwimmen & Sinken“ selbst zu erforschen.

Entwickelt hat das neue Angebot Simone Abels, Professorin für Didaktik der Naturwissenschaften an der Leuphana. Ein Semester lang hat sie mit Studenten ein Grundkonzept erarbeitet und dieses in einem weiteren Semester konkretisiert. „Erst seit Oktober 2019 plane ich mit 30 Seminarteilnehmern nun die sieben Termine, die jetzt im Januar stattfinden.“ Jeder Termin beschäftigt sich mit einem anderen Thema, immer abgestimmt auf das Alter der jeweiligen Schüler.

Tischtennisbälle, Geld, Knete

Ziel der Lernwerkstatt ist es, dass die Teilnehmer selbst Fragen formulieren und diese am Ende beantworten können. „Das vorgegebene Material soll zu diesen Fragen inspirieren“, betont Abels.

Deshalb stehen auch die Schüler der Kindertafel um die Materialtische herum und begutachten, was die vier Studentinnen Lara Straßburger, Aylin Puschmann, Nele Suhr und Lena Trusheim vorbereitet haben. Tischtennisbälle, Geld, Knete, Reagenzgläser mit gefärbtem Wasser, Zucker oder Bauklötze stehen den Kindern zur Verfügung, um das Thema „Schwimmen & Sinken“ eigenständig zu erforschen.

Kann Knete schwimmen? Wie wird Wasser bunt? Gehen die Bauklötze unter? – das sind die Fragen, denen die Schüler auf den Grund gehen wollen. In Zweiergruppen dürfen sie dafür kleine Experimente durchführen.“ Das Thema Schwimmen ist bei den Kindern sehr präsent“, meint die 21-jährige Studentin Aylin Puschmann. „Viele glauben, dass alles, was schwer ist, untergeht. Das ist eine typische Fehlvorstellung.“

Termine im Januar und Juni bereits ausgebucht

Diese Art zu lernen sei viel freier als normaler Schulunterricht, weil es nicht nur um den Inhalt, sondern viel mehr darum gehe, dass die Kinder selbstständig etwas herausfinden. Genau das sei aber auch die Herausforderung für die Studentinnen. „Wir wissen vorher gar nicht, was passiert. Unsere Aufgabe ist es, die Schüler bei der Beantwortung ihrer Fragen zu begleiten“, meint die Studentin Lara Straßburger (20).

Die Termine im Januar und Juni sind bereits ausgebucht, es wird aber weiterhin halbjährig die Möglichkeit geben, an dem kostenlosen Angebot teilzunehmen. „Anmelden können sich Gruppen jederzeit bei mir“, sagt Simone Abels. Sie hofft, dass die Lernwerkstatt irgendwann so etabliert ist, dass sie deutlich ausgeweitet werden kann. lvc