Freitag , 23. Oktober 2020
Im Erdgeschoss, rund um den zentralen Arena-Bereich, werden derzeit auf rund 1500 Quadratmetern Fläche die Deckenplatten gelegt und mit Beton vergossen. Foto: be

Nerven bleiben angespannt

Lüneburg. Der Bau der Arena Lüneburger Land schreitet voran: Im Bereich des Erdgeschosses werden die Deckenplatten gelegt und anschließend mit Beton vergossen. Insgesamt befindet sich das Großprojekt des Landkreises Lüneburg weiter im Zeitplan, berichtete jetzt der externe Projektsteuerer Ronald Wittkopf von der Firma „Reese-Baumanagement“.

Er trug im öffentlichen Sitzungsteil des Hochbauausschusses des Kreistags vor. Bei der Diskussion um den turnusmäßigen Bericht zur Arena-Baustelle zeigte sich aber auch, dass die Nerven bei den Abgeordneten wie den Projektverantwortlichen nach wie vor sehr angespannt sind.

Tanja Bauschke (Grüne) bemängelte, dass es zur der Sitzung im Vorfeld keine Vorlage gegeben habe: „Wir haben dann keine Chance, uns auf die Sitzung vernünftig vorzubereiten.“ Landrat Jens Böther (CDU) entgegnete, dass der Arena-Bericht keinen Beschluss erfordere, sondern von den Kreistagsabgeordneten zur Kenntnis genommen werden sollte. Ausschussvorsitzender Hans-Georg Führinger (CDU) hakte ein und fragte Bauschke: „Was hätte es Ihnen gebracht, wenn in der Vorlage gestanden hätte, was die Firma Reese-Baumanagement berichtet?“ Dazu Bauschke: „Ist die Frage ernst gemeint?“ Den Bericht im Vorfeld auszuhändigen, würde es ermöglichen, tiefergehende Nachfragen zu stellen, sagte Bauschke. Schließlich unterbrach Führinger die Grüne: „Ich habe keine Lust, mich mit Ihnen weiter über Formalien zu unterhalten.“

Beharrliche Nachfragen im Ausschuss

Ähnlich gereizt reagierte später Projektsteuerer Wittkopf auf das beharrliche Nachfragen Bauschkes. Wittkopf argumentierte, dass ein Bericht, der schon 14 Tage zuvor als Sitzungsvorlage an die Abgeordneten ausgegeben würde, zum Sitzungstermin immer veraltet sei, da er und die Kreisverwaltung tagesaktuell den neuesten Stand wiedergeben würden. Den Einwand Bauschkes, Wittkopf würde mit seinem Redebeitrag unzulässig auf die Ausschussmitglieder einwirken, verbat sich der externe Berater: Bauschke hätte ihm nicht vorzuschreiben, was er sagen dürfte: „Das hat zuletzt meine Mutter gemacht, aber seitdem ich 18 bin, ist das auch vorbei.“

In der Sache trug Wittkopf vor, dass seit dem 6. Januar die vorbereitenden Maßnahmen für die Deckenmontage der Arena liefen. Neben dem Rohbau sei auch die Werks- und Montageplanung für den Stahlbau freigegeben worden. Auch die Aufträge für die wesentlichen Elemente der Technischen Gebäudeausstattung (TGA), von Lüftung bis Sanitär, seien vergeben. Die noch offenen Punkte hätten „keinen terminkritischen Einfluss“. Überdies habe er „keine Erkenntnisse, dass sich etwas an dem Übergabetermin ändert“. Weiterhin stehe der Fertigstellungstermin Ende 2020. Die Nachfrage des Kreistagsabgeordneten Martin Nass (Linke), ob ein Wintereinbruch doch noch zu Verzögerungen im Bauablauf führen könnte, quittierte Wittkopf mit einer Gegenfrage: „Bin ich Petrus?“

Zuletzt kritisierte Bauschke, dass die Kreisverwaltung keine Informationen darüber teile, welche Änderungswünsche beispielsweise die Stadt Lüneburg beim Verkehrskonzept für die Arena angemeldet habe. Kreisrätin Sigrid Vossers sagte, sie wolle „die Kreistagsabgeordneten nicht mit allen Zwischenschritten belästigen“. Das abgestimmte Papier werde im Frühjahr den Kreistagsabgeordneten rechtzeitig vorgelegt.

Von Dennis Thomas

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