Donnerstag , 29. Oktober 2020
Eine Ansicht von hinten: So soll der Neubau am Handwerkerplatz aussehen. Visualisierung: Ohlmsbau GmbH & Co. KG

Bald knabbert der Bagger

Lüneburg. Das ehemalige Bowling-Center an der Ecke Lindenstraße/Barckhausenstraße, von vielen Lüneburgern als „hässlicher Klotz“ bezeichnet, wird bald Vergangenheit sein. Nachdem das Gebäude bereits im vergangenen Jahr entkernt wurde, soll – sobald die Baugenehmigung vorliegt – voraussichtlich in den kommenden beiden Monaten mit dem Abriss begonnen werden. Das erklärte Andreas Ohlms, Geschäftsführender Gesellschafter von dem verantwortlichen Unternehmen Ohlmsbau, gegenüber der LZ.

Wie berichtet, hatte der Rat in der Dezember-Sitzung bei einer Enthaltung grünes Licht für den Bebauungsplan gegeben. Danach soll am Eingang zum Roten Feld ein Gebäudekomplex mit 48 Wohn- sowie zwei Gewerbeeinheiten entstehen. Der mittlere Teil wird viergeschossig, zu den angrenzenden Wohnbebauungen geht es auf drei Geschosse zurück. Der Haupteingang zum Treppenhaus und zum Aufzug befindet sich an der Ecke Lindenstraße/Barckhausenstraße, daneben sind die beiden Gewerbeeinheiten angesiedelt. Die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage wird von der Barckhausenstraße aus erfolgen, in der Garage wird es Steckdosen zum Aufladen von Elektrofahrzeugen/-rädern und auch Stellplätze für Fahrräder geben, weitere Stellflächen gibt es im Innenhof, wo zudem ein Gartenhaus entsteht.

Der von vielen als hässlich empfundene Klotz am Handwerkerplatz wird bald Geschichte sein. Foto: t&w

Der Bauantrag liege der Stadt seit Sommer vor, Änderungen wurden sukzessive eingearbeitet, sagt Ohlms. „Wir warten nun auf die Baugenehmigung. Außerdem muss noch für das neue Gebäude eine statische Berechnung erfolgen. Danach wird das Vastorfer Unternehmen Tirs mit dem Abbruch beginnen.“ Bei den Arbeiten müssten Auflagen bezüglich Lärm und Staub eingehalten werden. Ein Bagger werde den Gebäudekomplex schrittweise runterknabbern, beschreibt Ohlms das Vorgehen.

Komplex könnte im Frühsommer 2022 fertig sein

Er geht davon aus, dass der Abriss zirka zwei bis drei Monate dauern könnte. Voraussichtlich im Spätsommer könnte mit dem Ausheben der Baugrube für die Tiefgarage begonnen werden, die fast den gesamten Gebäudekomplex unterkellert. Der Investor geht insgesamt von einer reinen Bauzeit von 18 Monaten aus. Läuft alles nach Plan, könnte der Gebäudekomplex im Frühsommer 2022 fertig sein.

Bereits im vergangenen Oktober bezogen werden konnten 21 Wohnungen an der Nelly-Sachs-Straße. Ohlms als Investor hat sie im geförderten Wohnungsbau angesiedelt. Damit kam er der Vorgabe nach, bei einem Neubauprojekt auch preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Da aufgrund der hohen Baukosten für das Gebäude am Handwerkerplatz dort aber nicht die Rentabilität gewährleistet gewesen wäre, wurden die Wohneinheiten an anderer Stelle geschaffen. Die Stadtverwaltung sieht eine sogenannte 30-Prozent-Regel vor, die bedeutet: 30 Prozent der Wohneinheiten müssen im geförderten Segment sein. „Wir haben knapp 45 Prozent umgesetzt. Einige zu einem Mietpreis von 5,10 Euro pro Quadratmeter, andere für 6,50 Euro“, verdeutlicht Ohlms.

Von Antje Schäfer

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