Freitag , 18. September 2020
Die BBS-Schulleiter (v. l.) Hermann Rollwage, Christiane Pätz und Heiko Lüdemann sowie Schülerinnen und Schüler werben für das gymnasiale Angebot der Berufsbildenden Schulen. Foto: Michael Behns

Abitur ohne Wenn und Aber

Lüneburg. Ob Jura, Informatik, Betriebswirtschaft, Lehramt, Umweltwissenschaften oder auch Theologie – wer sein Abitur an einer der drei Berufsbildenden Schulen (BBS) am Lüneburger Schwalbenberg baut, kann all diese Fächer und viele mehr studieren. Unter anderem, weil das viel zu wenige Schülerinnen und Schüler wissen, wollen die Schulen ihre Angebote in Zukunft noch bekannter machen.

„Abitur³ – dreifach Plus für Dich“, nennen die Schulleiter Heiko Lüdemann (BBS I), Hermann Rollwage (BBS II) und Christiane Pätz (BBS III) ihre Initiative, mit der sie um Schüler werben und die sie jetzt gemeinsam mit aktuellen Schülerinnen und Schülern vorstellten. Ein Element: Ein professionell gestaltetes und mit Schülerinnen und Schülern der BBSen besetztes Video, das ab sofort auf der gemeinsamen Internetseite der drei Berufsbildenden Schulen (www.bg-lg.de) und in sozialen Medien wie Facebook und Instagram einsehbar ist.

Die Schülerzahlen seien rückläufig, wenn auch das gymnasiale Angebot der Berufsbildenden Schulen insgesamt nicht gefährdet sei, betonen Pätz, Lüdemann und Rollwage. Aber die Berufsbildenden Schulen in Lüneburg und anderswo in Niedersachsen hätten durchaus die Kapazität, mehr Schüler aufzunehmen. Bis zu elf elfte Klassen habe es bisher auf dem Schwalbenberg gegeben, in diesem Schuljahr sind es zehn – vier an der BBS I sowie jeweils drei an den BBSen II und III.

Insgesamt sieben Schwerpunkte

Neben den allgemeinbildenden Gymnasien und den gymnasialen Zweigen der Integrierten Gesamtschulen (IGS), von denen „viele schon aus allen Nähten platzen“ (Lüdemann) werden die gymnasialen Angebote der Berufsbildenden Schulen in der Öffentlichkeit nicht angemessen wahrgenommen, bedauert Schulleiter Heiko Lüdemann. Ein Vorurteil: „Viele denken, dass wir nur das Fachabitur anbieten. Und das ist falsch“, sagt Christiane Pätz.

Ob nach erfolgreich absolviertem erweiterten Sekundarabschluss I (Realschulabschluss) an der Oberschule, nach der zehnten Klasse eines allgemeinbildenden Gymnasiums oder auch nach erfolgreicher Ausbildung – es gebe viele Wege an die gymnasialen Zweige der Berufsbildenden Schulen, betonen die drei Schulleiter. „Wir sehen uns als die besten Integrierten Gesamtschulen überhaupt“, sagt Hermann Rollwage.

Eine Besonderheit an den Beruflichen Gymnasien: In der gymnasialen Oberstufe können sich die Schülerinnen und Schüler für einen Schwerpunkt entscheiden, der ihren Interessen am nächsten kommt. In Lüneburg sind das insgesamt sieben: Wirtschaft (BBS I), Mechatronik, Informationstechnik und Bautechnik (BBS II) sowie Ökotrophologie, Sozialpädagogik sowie Gesundheit und Pflege (BBS III).

Die Bewerbungsfrist endet am 20. Februar

Einen Neuanfang an der BBS machte etwa Anna, die nach der 10. Klasse von der Herderschule an die Berufsbildende Schule III wechselte und sich dort für den Schwerpunkt Sozialpädagogik entschied. „Dadurch, dass ich mich wirklich für die Themen interessiere, bin ich motivierter zu lernen“, erklärt sie. Nach dem erweiterten Realschulabschluss an der Oberschule Scharnebeck kam Jannis an die BBS II, wo er sich „bestens“ auf ein späteres Studium vorbereitet fühlt.

Bis einschließlich Donnerstag, 20. Februar, läuft die Bewerbungsfrist für den gymnasialen Zweig an den Berufsbildenden Schulen.

Von Ingo Petersen