Viele Autofahrer halten sich nicht an Tempo 50 in der Ortsdurchfahrt. Jetzt wird der Verkehr in Dachtmissen gebremst. Foto: uk

Dachtmissen bremst Raser

Dachtmissen. Schon seit Jahren leiden die Dachtmisser darunter, dass ihre Ortsdurchfahrt von vielen Autofahrern als Rennstrecke betrachtet wird. Oft genug kam es zu brenzligen Situationen, weil Fahrzeuge mit hohem Tempo durchrauschen, Fahrer mitten im Dorf auf der Kreisstraße 50 nicht vom Gaspedal runtergingen. Jetzt aber werden sie ausgebremst.

Mit bis zu knapp 327.000 Euro unterstützt die Europäische Union die Verkehrsberuhigung in Dachtmissen. An insgesamt drei Punkten sollen entlang der Kreisstraße 50 der Verkehr entschleunigt und sichere Querungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das berichtet Gemeindedirektor Steffen Gärtner.

Er freut sich, dass die Raserei in dem Reppenstedter Ortsteil bald ein Ende hat. „Wir schreiben die Arbeiten nun zügig aus. Ich hoffe, dass diese dann schnell in die Tat umgesetzt werden und sich das schon seit gefühlten Ewigkeiten bestehende Problem erledigt, das Thema vom Tisch ist“, sagt er.

Durchfahrtsbreite von vier Metern

Die Verkehrsberuhigung diene den Menschen im Dorf ebenso wie den zahlreichen Radfahrern, die oft als Touristen durch den Ort als Eingangstor zum Naturpark Lüneburg radeln. „Wir haben in Dachtmissen viele Reiter, die wir schützen wollen. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen“, berichtet Gärtner. An den Ortseinfahrten aus Richtung Kirchgellersen und Vögelsen werden daher nun sogenannte Fahrbahnteiler installiert, wodurch für die einfahrenden Fahrzeuge ein Versatz entsteht, der zur Geschwindigkeitsreduzierung führen soll.

Die Ortseinfahrt aus Richtung Reppenstedt wird auf eine Durchfahrtsbreite von vier Metern verengt und erhält zusätzlich eine andere Pflasterung. „Als Ergänzung sind weitere kleinere Maßnahmen wie die optische Verengung der Fahrbahn durch Bepflanzung und auch die Erweiterung der Straßenbeleuchtung geplant“, sagt der Gemeindedirektor.

Buswendeanlage wird optisch aufgewertet

In der Ortsmitte soll ebenfalls ein Fahrbahnteiler installiert werden, der im Gegensatz zu den anderen über eine Querungsmöglichkeit verfügt. Die Buswendeanlage wird durch neues Pflaster optisch aufgewertet und erhält neben Fahrradabstellmöglichkeiten auch eine Ladestation für E-Bikes und Pedelecs. Der bisherige Info-Pavillon wird durch einen Neubau ersetzt. Und schließlich werden die Einmündungsbereiche zu den Anliegerstraßen „Waldweg“ und „Auf den Röthen“ über die Pflasterung optisch von der Hauptstraße abgegrenzt.

Ende Dezember hatte die Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung, Monika Scherf, während einer Informationsveranstaltung in Dachtmissen den Förderbescheid für die Verkehrsberuhigung an Reppenstedts stellvertretenden Bürgermeister Christian Purps übergeben.

Von Stefan Bohlmann