Montag , 28. September 2020
Blicken auf eine lange gemeinsame Vergangenheit im Club Geselligkeit zurück: Peter Buchholz, Manfred Schröder, Gertrud Lühr und Heike Reinberger (v.l.). Foto: t&w

Für die Bälle schmeißen sich alle stets in Schale

Bleckede. „Wir unterhalten Bleckede seit 1920“, so lautet das Motto des Clubs Geselligkeit. „1920, das war kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, da hatten d ie Leute Nachholbedarf in Sachen Feiern“, sagt Club-Präsident Manfred Schröder. „Seitdem halten wir am Satzungsauftrag fest. Der lautet, dass für Geselligkeit unserer Mitmenschen gesorgt wird durch Bälle und andere Veranstaltungen.“

Am Freitag, 17. Januar, feiern die Bleckeder im Café-Restaurant Waldfrieden zunächst einmal ihr 100-jähriges Bestehen, bevor am 20. Februar der Jubiläumsball steigt. Manfred Schröder ist bereits seit den 1970er-Jahren dabei, seit 2000 ist der 71-Jährige Präsident. „Mich hat damals jemand angesprochen, ob ich mitmachen will und dann hat das gepasst. ,Am guten Alten mit Treue halten, am schönen Neuen sich gern erfreuen.’ Das ist bei uns Programm.“ 168 Mitglieder hat der Club, sie sind zwischen 40 und 96 Jahre alt, die meisten jedoch bereits jenseits der 70. (Dienst-)Älteste ist Gertrud Lühr, die gerade im Albert-Schweitzer-Seniorenheim in Bleckede ihren 96. Geburtstag gefeiert hat. „Das Schönste am Club waren für mich das Feiern, die Menschen und vor allem das Tanzen. Ich habe immer getanzt“, erzählt die Seniorin, die auch lange in der Volkstanzgruppe Bleckede aktiv gewesen ist.

Nicht die einzigen mit einem Nachwuchsproblem

Früher erfreute sie das Publikum bei Veranstaltungen regelmäßig mit plattdeutschen Beiträgen. Am Anfang hat der Club einen Ball pro Jahr auf die Beine gestellt, inzwischen sind es sechs, erzählt Heike Reinberger stolz. Sie ist seit 50 Jahren dabei, war lange Zeit Schatzmeisterin. „Der Zusammenhalt durch den Club ist einzigartig. Das hat sich wirklich toll entwickelt“, schwärmt sie. Der Zukunft des Clubs sieht sie jedoch mit Sorge entgegen: „Es ist schwer, Jungvolk rumzukriegen.“ Das liege zum einen daran, dass sich heute weniger Leute verbindlich in Vereinen engagieren wollen. „Wir sind ja nicht die einzigen mit einem Nachwuchsproblem.“ Zum anderen stünden den jungen Leuten heute viel mehr Möglichkeiten offen. „Die sind mal hier, mal da. Da hat sich die Welt verändert. Wir hatten ja damals nichts. Unsere Tanzvergnügen mussten wir selbst auf die Beine stellen, das waren Höhepunkte“, erinnert sie sich. „Auch heute sind unsere Bälle noch etwas Besonderes, bei denen man sich richtig schick macht. Da kommt keiner in Jeans.“

Ein paar neue Mitglieder haben die Bleckeder für den Club gewinnen können. „Das ist schon ein großer Erfolg“, sagt Heike Reinberger. Doch auch die Neuen gehören bereits zur Generation 50 plus.

„Man kann die Zeit nicht zurückdrehen“, findet Manfred Schröder. „Wir müssen Rücksicht auf die anderen Generationen nehmen, die haben sich eben verändert.“ Vielleicht könne man auch mal etwas Neues ausprobieren, sinniert er. Doch jetzt soll das Jubiläum erstmal richtig gefeiert werden, ganz traditionell, mit den Erbstorfer Harmonikanten, einer plattdeutschen Aufführung und 20er-Jahre-Tanz mit Musik. Mehr als 100 Anmeldungen für die Feier am 17. Januar sind schon eingegangen und auch die Vorfreude auf den Jubiläumsball ist groß.

Von Lea Schulze