Mittwoch , 30. September 2020
Grafik: Landesamt für Statistik Niedersachsen.

Lüneburger Region wächst weiter

Lüneburg. Der Landkreis Lüneburg bleibt Wachtumsregion durch Zuzug. Das geht aus der Bevölkerungsstatistik 2018 im aktuellen Monatsheft des Landesamtes für Stat istik Niedersachsen (LSN) hervor. Wesentlich höher fallen in Nordost-Niedersachsen die Wachstumszahlen für den Kreis Harburg aus, insgesamt +0,5 Prozent. Der Landkreis Lüneburg bewegt sich in dem Erhebungsjahr 2018 hingegen mit +0,24 Prozent ungefähr auf Niveau des Landesdurchschnitts (+0,25 Prozent). Nach Datenbank-Recherchen der LZ bei LSN-Online ist aber nicht die Stadt Lüneburg (+0,21 Prozent) der größte Profiteur des Bevölkerungswachstums im Landkreis, sondern die Samtgemeinde Gellersen mit 3,87 Prozent plus. Schlusslicht in 2018 war im Kreis Lüneburg erneut die Gemeinde Amt Neuhaus mit einem deutlichen Bevölkerungsrückgang von –4,47 Prozent.

Todesfälle übersteigen Zahl der Geburten

Die Zahl der in Niedersachsen bei den Meldebehörden mit Haupt- oder alleiniger Wohnung gemeldeten Einwohner betrug zum Jahresende 2018 insgesamt 7,98 Millionen, ein Plus um 0,25 Prozent oder 19.673 Personen – Tendenz weiter steigend, Ende September 2019 waren es bereits 7,99 Millionen Einwohner. Laut LSN stieg 2018 damit auch in den meisten Landkreisen und kreisfreien Städten die Einwohnerzahl. Landesweiter Spitzenreiter ist der Landkreis Cloppenburg mit +0,85 Prozent, er wuchs damit um 1423 Personen auf 169.348 Einwohner. Spitze in der Region Nordost-Niedersachsen sind die Landkreise Stade (203.102 Einwohner) mit +0,6 Prozent Bevölkerungswachstum und der Kreis Harburg (252.776 Einwohner) mit +0,5 Prozent. Der Kreis Uelzen dagegen schrumpfte sogar um 172 Einwohner auf 92.572 (–0,19 Prozent). Der Landkreis Lüneburg liegt im Mittelfeld, zählte zum Jahresende 2018 insgesamt 442 Einwohner mehr als 2017, kam damit auf 183.372 Einwohner, davon entfielen 75.351 auf die Stadt Lüneburg.

1633 Geburten gezählt

In Stadt und Landkreis Lüneburg zeichnet sich noch eine andere Landesentwicklung ab: Die Region wächst nicht aus sich selbst heraus, sondern ist auf Zuzug angewiesen. Zwar wurden 2018 in ganz Niedersachsen 632 mehr Kinder geboren, doch insgesamt reichte die Zahl der Lebendgeborenen (73.652) nicht an die der Todesfälle (96.165) heran. Der Zugewinn an der Bevölkerung resultiert aus der Zuwanderung. Mehr als eine Viertelmillion Menschen zog 2018 nach Niedersachsen beziehungsweise verließ es wieder, unterm Strich übertraf aber der Wanderungsgewinn das Geburtendefizit um rund 20.000 Personen. Ähnlich sieht die Entwicklung in Stadt und Kreis Lüneburg aus.

Im ganzen Landkreis Lüneburg wurden 2018 insgesamt 1633 Geburten gezählt, demgegenüber standen 1952 Todesfälle. Davon entfielen 703 Geburten auf die Salzstadt sowie 829 Gestorbene. In beiden Fällen ein Minus, das ins Positive gewendet wird, weil mehr Menschen in den Kreis oder die Stadt zogen als weggingen. Allein die Stadt zählte mehr als 6650 Zuzüge und mehr als 6370 Fortzüge. Für die Stadt Lüneburg ergab sich, verrechnet mit dem Geburtendefizit, ein Bevölkerungsplus von insgesamt 159 Personen im Vergleich zum Jahr 2017. Die Samtgemeinde Gellersen westlich der Stadt Lüneburg hingegen legte deutlicher zu.

„Klebeeffekt“ in Gellersen ist höher als in Lüneburg

Ingesamt wuchs Gellersen in 2018 netto um 525 Einwohner auf 14.090 Personen – auch hier ist der Zugewinn durch Zuzug entstanden. In der Samtgemeinde wurden nur 112 Geburten und 144 Todesfälle gezählt, mehr als 1110 Menschen zogen fort, aber mehr als 1660 Personen ließen sich in Gellersen nieder. Zwar ist die Wanderungsbewegung insgesamt geringer als in der Stadt Lüneburg, aber der „Klebeeffekt“ ist höher. Damit ist Gellersen im Landkreis beim Bevölkerungswachstum unangefochten auf Platz eins im Vergleich der Samt- und Einheitsgemeinden.

Freudig überrascht zeigt sich Gellersens Samtgemeindebürgermeister Steffen Gärtner von den Vergleichszahlen. „Wir sind eine attraktive Samtgemeinde und freuen uns über alle Menschen, die bei uns ein Zuhause finden und bei uns leben möchten.“ Von den 2018 mehr als 520 zusätzlich gemeldeten Einwohnern in Gellersen entfallen 204 auf Reppenstedt und schon 124 auf die Gemeinde Westergellersen. Während in Westergellersen das neue Wohngebiet Rahn II bezogen wurde, dürfte in den anderen Mitgliedsgemeinden der Eigentümerwechsel im Altbestand eine wesentliche Rolle gespielt haben, wenn beispielsweise Häuser von Alleinstehenden in den Besitz von mehrköpfigen Familien übergegangen sind.

Auch Ostheide verliert, Bardowick legt leicht zu

Und so sahen die Zahlen für die weiteren Samt- und Einheitsgemeinden im Landkreis aus: Die Stadt Bleckede wuchs um 51 Einwohner auf 9457 (+0,54 Prozent). Die Gemeinde Amt Neuhaus verzeichnete den stärksten Einwohnerrückgang um 234 auf 5005 Personen (–4,47 Prozent). Adendorf verlor 29 Einwohner, schrumpfte auf 10.754 (–0,27). Die Samtgemeinde Amelinghausen verlor lediglich sieben Einwohner, zählte dann 8353 Menschen (–0,08). Bardowick als einwohnerstärkste Samtgemeinde legte leicht zu um 63 Personen auf 17.817 (+0,35 Prozent). Dahlenburg als kleinste Samtgemeinde wuchs unterdurchschnittlich um 36 Einwohner (+0,01 Prozent) auf 6171.

Gering fiel auch der Zuwachs mit sieben Personen in der Samtmeinde Ilmenau aus (+0,07 Prozent) mit dann 10.535 Einwohnern. Größter Verlierer nach Amt Neuhaus war die Samtgemeinde Ostheide, sie schrumpfte um 121 auf 10.291 Einwohner (–1,16 Prozent). Einen leichten Rückgang verzeichnete auch die Samtgemeinde Scharnebeck, verlor unterm Strich acht Einwohner und landete bei 15.548 (–0,05 Prozent).

Von Dennis Thomas