Das Rufmobil – hier ein Archivbild – soll bis Jahresende in allen Gemeinden des Landkreises fahren. (Foto: Landkreis)

Rufbus als nächstes in Scharnebeck und Ostheide

Lüneburg. Noch steckt der Rufbus in den Kinderschuhen. Doch die Werbekampagne mit dem Slogan „Bus gleich!“ für das zusätzliche Angebot zum Linienverkehr im Land kreis Lüneburg läuft schon auf Hochtouren. „Im Landkreis Lüneburg gibt‘s Busse, die du einfach per Telefon bestellen kannst: das Rufmobil!“ Die Reklame verwirrt, weil es noch gar kein flächendeckendes Rufmobil-Angebot gibt.

Denn Busse, die per Telefon bestellt werden können, sind erst in einem kleinen Teil des Kreisgebietes unterwegs: als Pilotprojekt in Amt Neuhaus, in der Stadt Bleckede, in Teilen der Samtgemeinde Bardowick und den Gellerser Dörfern.

„Wir werben für das Rufmobil in diesen Gebieten, aber eben auch vorausschauend, weil das neue System in diesem Jahr weiter ausgebaut wird“, klärt Kreissprecherin Urte Modlich auf. Nach aktuellem Stand der Planungen soll das Rufmobil in den Samtgemeinden Ostheide und Scharnebeck ab den Osterferien eingeführt werden.

Bessere Querverbindungen im ländlichen Raum

Ende der Sommerferien folgt die Samtgemeinde Dahlenburg und im Herbst beziehungsweise Winter sind abschließend die Samtgemeinden Amelinghausen und Ilmenau an der Reihe. „Ziel sind bessere Querverbindungen im ländlichen Raum zwischen den Dörfern abseits der Nahverkehrsachsen“, berichtet Modlich. „Und darauf wollen wir die Bürger rechtzeitig vorbereiten. Sie mit der Kampagne darüber informieren, wie das neue Angebot funktioniert.“

Zumindest für den künftigen Rufbus in der Samtgemeinde Scharnebeck sind die Planungen so weit fortgeschritten, dass jetzt schon feststeht, dass er dort flächendeckend fahren wird. „Das geht aus der derzeitig geplanten Linienführung so hervor. Das Rufmobil soll Zubringer für die Linien 5900 und 5110 werden“, sagt Modlich. An den Details für die Rufbusse in den anderen Bereichen feilen die Experten noch. „Es sind immer einige Akteure am Werk. Neben dem Landkreis sind es die Kommunen und die KVG als Verkehrsbetrieb.“

Es habe sich zudem gezeigt, dass für jede Samtgemeinde ein eigenes Konzept erarbeitet werden müsse. „Weil die Voraussetzungen nicht überall gleich sind“, erklärt die Kreissprecherin. „In Bleckede beispielsweise liegen die Dörfer, die das Rufmobil bedient, weiter auseinander als in der Samtgemeinde Gellersen, wo die Orte zum Teil nah an den Hauptachsen liegen.“

2600 Fahrten mit 3030 Fahrgästen

Erste Hinweise, ob das neue System schon auf fruchtbaren Boden fällt oder wo es optimiert werden muss, geben Erfahrungen aus den Gebieten mit den Pilotprojekten. „Wir hatten Rückmeldungen, die unter anderem dazu geführt haben, dass Anschlüsse angepasst und zusätzliche Fahrten eingeführt wurden. Auch die Möglichkeit, den Rufbus online zu bestellen, ist daraus nachträglich erwachsen.“

Die Zahlen, welche die Statistik nach der Startphase im vergangenen Jahr ausweist, bewertet Urte Modlich als beachtlich. Demnach verzeichnete der Landkreis für das Rufmobil in Bleckede von Mai bis September im vorigen Jahr 2600 Fahrten mit 3030 Fahrgästen. Für Gellersen schlagen im Zeitraum August/September 2019 insgesamt 288 Fahrten mit 322 Fahrgästen zu Buche. Neuere Zahlen liegen derzeit noch nicht vor.

Wie das Rufbus-Angebot funktioniert, wird unter www.luenebus.de ausführlich erklärt.

Von Stefan Bohlmann