Christiane Finner ist neu an der VHS in Lüneburg. Foto: Michael Behns

Bildung muss auch vermarktet werden

Lüneburg. Ihre erste Begegnung mit der Volkshochschule (VHS) hatte die 51-jährige Christiane Finner vor vielen Jahren: Tango-Kurse, Yoga-Unterricht und ein Bildungsurlaub zum Thema Theaterpädogik sind ihr noch gut in Erinnerung. Beruflich führte es die Diplom-Kauffrau aus dem Ruhrgebiet jedoch zunächst in andere Richtungen, bis sie jetzt bei der VHS in Lüneburg in Lohn und Brot landete. Christiane Finner hat zu Jahresbeginn die Geschäftsführung der Einrichtung übernommen, Claudia Kutzick hat weiterhin die Pädagogische Leitung inne.

„Ich hatte mal ein ganz anderes Leben“, sagt Finner und nimmt damit Bezug auf ihre Zeit in Hamburg, in der sie Marketing für Musicals betrieben hat. „Eine gewisse Ähnlichkeit hat das aber“, meint sie, „Bildung muss auch vermarktet werden.“ Schließlich würde niemand freiwillig lernen, wenn das Angebot verstaubt und langweilig erscheinen würde. „Bildung muss Spaß machen.“

Spaß am Lernen vermittelt

Ganz besonders liegt Christiane Finner, die in Bamberg Betriebswirtschaft studiert hat, der ganzheitliche Bildungsbegriff am Herzen. Deshalb sei sie bei der VHS nun genau richtig: „Hier wird Bildung auf Augenhöhe gelebt und den Teilnehmern der Spaß am Lernen vermittelt.“

Genug Erfahrung in der Erwachsenenbildung hat die 51-Jährige bereits gesammelt. Bis vor Kurzem hat sie für fünf Jahre die Koordinierungsstelle Frau und Beruf der Region Hannover geleitet, zuvor war sie Direktorin der Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen.

„Daraus nehme ich viel für meine neue Aufgabe mit“, ist sich die neue Geschäftsführerin sicher. Die Fragen, was Frauen an Qualifikationen im beruflichen Leben brauchen und wie man Frauen an berufliche Bildung heranbringen kann, würden auch in ihrem neuen Tätigkeitsfeld eine Rolle spielen.

Sie hat klare Ziele

Die Herausforderung in Lüneburg sei vor allem der große Landkreis, der ihr bisher noch recht fremd ist. „Genau das ist aber auch der Reiz“, betont sie, „hier gibt es nicht nur die Stadt und den Speckgürtel, sondern noch viel mehr Menschen, die wir mit Bildung erreichen können.“ Dabei würde vor allem das große Netzwerk helfen, mit dem die Volkshochschule zusammenarbeitet. „Ich bin zwar neu in Lüneburg, aber ich habe das Gefühl, dass man hier ganz schnell ankommen kann.“

Christiane Finner hat klare Ziele: „Ich möchte in alle Richtungen meine Fühler ausstrecken, neue Lehrformate entwickeln, neue Zielgruppen generieren und das Kursprogramm so flexibel wie möglich halten.“

Von Lilly von Consbruch