Mittwoch , 23. September 2020
Der Verbrauchermarkt (rechts) an der Reppenstedter Ortsdurchfahrt soll durch einen größeren Neubau ersetzt werden. (Foto: be)

Was wird aus dem Supermarkt?

Reppenstedt. Das Gebäude ist eine Beleidigung für das Auge und soll durch einen Neubau ersetzt werden: Der alte Rewe-Markt am Landwehr-Kreisel in Reppenstedt steht schon seit Jahren auf der Umgestaltungsliste der Ortsplaner, die den Handlungsbedarf nur etwas vornehmer formuliert haben: „Insgesamt ist das Gebäude in seinem Erscheinungsbild nicht zeitgemäß und weist Modernisierungsbedarf auf“, heißt es im Sanierungskonzept für den Ortskern Reppenstedt aus Februar 2019. Wegen des „wesentlichen Beitrags in Bezug auf das Ortsbild“ bedürfe es „einer Aufwertung oder eines Neubaus“. In die Sache kommt nun Bewegung – auch Dank der Lüneburger Wohnungsgenossenschaft als Eigentümerin.

„Das birgt Konfliktpotenzial, wenn man Wohnungen oberhalb eines Marktes schafft, der bis 23 Uhr geöffnet hat.“
Steffen Gärtner, Gemeindedirektor

Mit dem Verbrauchermarkt und dessen Umfeld setzte sich kürzlich der Bauausschuss der Gemeinde Reppenstedt auseinander. „Eine Sanierung des Gebäudes ist nicht wirtschaftlich“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ziel sei es, den Markt größer neuzubauen und die Parkmöglichkeiten zu erweitern, heißt es.

Änderung der Verkehrsführung angedacht

Da die Planungshoheit aber bei der Gemeinde liegt, geht es nun darum, einen neuen vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Einzelhandel Ortsmitte“ auf den Weg zu bringen, die Kosten für das Verfahren soll die Wohnungsgenossenschaft tragen. Die Neuordnung des Areals wurde von der Gemeinde längst im Sanierungskonzept für den Ortskern berücksichtigt, anlässlich der Aufnahme der Kommune in das Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, mit dessen Hilfe bereits der Landwehrplatz umgestaltet worden war. Bei dem Konzept ist auch eine Änderung der Verkehrsführung angedacht, die Straße „An der Landwehr“ sollte beispielsweise geschlossen werden, um den Verkehr hinter dem Verbrauchermarkt zum Kreisverkehr zu führen. Allerdings sei die Gemeinde mit dem Eigentümer der angrenzenden Apotheke nicht über einen Grundstücksverkauf handelseinig geworden, um das Konzept umzusetzen, hieß es im Bauausschuss.

Ulf Reinhardt, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft, bestätigt der LZ, dass ein Neubau des Verbrauchermarktes geplant sei – Planungshorizont ist 2023. Fraglich sei noch die Variante. Auch im Bauausschuss war über einen mehrgeschossigen Bau diskutiert worden, um beispielsweise Wohnungen über dem Markt einzurichten.

Das sieht aber Gemeindedirektor Steffen Gärtner kritisch. Er sagt auf LZ-Nachfrage: „Das birgt Konfliktpotenzial, wenn man Wohnungen oberhalb eines Marktes schafft, der bis 23 Uhr geöffnet hat.“ Hinzu komme die Berücksichtigung des Lieferverkehres. Sinnvoller wäre es, allenfalls über die Schaffung neuer Geschäftsräume zu reden, sagt Gärtner: „Letztlich ist das aber eine politische Entscheidung.“ In den nächsten Wochen sollen weitere Gespräche zwischen Wohnungsgenossenschaft und Gemeinde geführt werde, bevor sich der Gemeinderat im Frühjahr näher mit dem Thema befasst.

Von Dennis Thomas