Samstag , 15. August 2020
Julian Steffen (links) und Joscha Blin stehen vor Italien. Sie sind sehr zufrieden mit dem Fortschritt der Modellbauwelt unter dem Snow Dome in Bispingen. (Foto: eh)

21 Kilometer Schienen unter der Ski-Anlage

Bispingen. Die bunten Häuser der isländischen Hauptstadt Reykjavík, die amerikanische Wüste und die ägyptische Pyramide stehen, Südamerika aber fehlt noch komplett. Auch wenn in den teils fiktiven, teils realen Landschaften der Modellbauwelt am Snow-Dome Bispingen noch Lücken sind, sind Joscha Blin und Julian Steffen aus der Geschäftsleitung des Betreibers Berg und Tal Abenteuerresorts optimistisch, den Zeitplan einzuhalten.

Die ursprünglich geplante Eröffnung ist von Anfang Oktober dieses Jahres auf den 1. April 2020 verschoben worden. Durch Brandschutzauflagen habe sich das Projekt verzögert. „Jetzt soll alles in einem Guss eröffnet werden“, erklärt Steffen. Am 1. Mai folge die Inbetriebnahme des neuen Hotels. Das Vier-Sterne-Haus mit 100 Zimmern und 200 Betten soll die Blockhütten ergänzen. Die Module des dreigeschossigen Baus in L-Form werden laut Blin im Dezember in Prag produziert und im Januar geliefert – dann gehe der Aufbau sehr schnell.

Die Idee, den Platz unter der Ski-Anlage für eine Modelleisenbahn zu nutzen, sei im November 2018 entstanden, im Februar 2019 begannen die ersten Arbeiten. Mit dem neuen Freizeitangebot, das mit einem Adventure-Golf-Platz neben dem Snow-Dome im Sommer ergänzt werden soll, will die Geschäftsleitung das ganze Jahr abdecken. Bislang locke man 1000 bis 1800 Gäste täglich zum Snow-Dome, doch das hauptsächlich im Winter. Die Freiluft-Modellbauwelt soll im Sommer für weitere Gäste sorgen.

Rekord angepeilt im Guinness-Buch

Mittlerweile sind mehr als 18 Kilometer verbaut, insgesamt werden es 21 Kilometer auf 12 000 Quadratmetern. Damit dürfte es die Anlage, auf der 50 Themenwelten im Maßstab 1:22,5 verbaut werden, ins Guinnessbuch der Rekorde schaffen Den Rekord der größten Modelleisenbahn der Welt beansprucht aber auch das Miniatur-Wunderland in Hamburg. Man konnte sich mit Guinness in London einigen, dass es zwei Weltrekorde gebe, einen für die Länge der angelegten Schienen und einen für die maßstabgetreue Umrechnung auf echte Kilometer.

Die ersten Module wurden parallel zu den Pflasterarbeiten im Februar im neuen Automuseum zusammengesetzt. Das Museum „Mobile Zeitzeugen“ umfasst Autos ab Baujahr 1949, eine Carrerabahn und Fahrsimulatoren für Kinder und Erwachsene und wird ebenfalls am 1. April eröffnet. Die Kosten für das gesamte Projekt der Erweiterung des Abenteuerresorts lägen im zweistelligen Millionenbereich, erklärt Steffen.

Von Eske Hansen