Anneliese (78) und Walter Kuhrau (80) haben am Wochenende ihre diamantene Hochzeit gefeiert. (Foto: t&w)

Beim Tanz auf dem Turnierplatz hat’s geklickt

Radbruch. Vor 62 Jahren haben sich Walter und Anneliese Kuhrau das erste Mal auf dem Turnierplatz in Luhdorf gesehen, bei einer Tanzveranstaltung. „Ich kam rein, er kam raus, dann hat es Klick gemacht“, erinnert sich die 78- jährige Anneliese Kuhrau. „Das passte einfach gleich. Wir sind uns immer näher gekommen und im Frühjahr hat Walter dann bei meinem Vater um meine Hand angehalten.“ Der zwei Jahre ältere Walter Kuhrau, der aus Ostpreußen stammt, zog direkt mit Sack und Pack in das Elternhaus von Anneliese Kuhrau ein. „Mit einem kleinen Koffer, da war ein handgeschneiderter Anzug drin und Unterwäsche“, berichtet die Tochter eines Landwirts schmunzelnd.

Am 29. Dezember 1959 heirateten die beiden standesamtlich, da war gerade ihr erster Sohn Andreas unterwegs. Damals war Anneliese Kuhrau erst 18 Jahre alt, brauchte die Unterschrift ihrer Eltern, um den Bund der Ehe einzugehen. Am 1. Juli 1960 folgte die kirchliche Hochzeit – zusammen mit der Taufe von Andreas. 1963 kam Tochter Angela zur Welt, mit ihr sollte die Familienplanung eigentlich abgeschlossen sein. Aber 1964 erblickte dann Astrid das Licht der Welt. „Und das war dann doch nochmal richtig schön“, sagt Anneliese Kuhrau.

Glückliche Großfamilie

Seit 60 Jahren sind die Kuhraus nun verheiratet, immer noch leben sie in Anneliese Kuhraus Elternhaus. „Was haben wir hier gefeiert“, sagt sie. „Schon bei meinen Eltern ging es immer lustig zu, mein Vater hat Musik gemacht auf der Quetsche.“ Es sind schöne Erinnerungen, die die Kuhraus mit ihrem Heim verbinden. „Mit meinem Vater und meiner Schwiegermutter haben wir Nächte lang Skat gekloppt“, weiß Walter Kuhrau.

Die Eheleute blicken vor allem auf eine glückliche Großfamilie zurück, im Mittelpunkt hat für sie immer die Gemeinschaft gestanden. Daran denken auch ihre Kinder immer noch gerne. Walter Kuhrau hat viel mit den Kindern draußen getobt und gespielt, alles nach der Arbeit. „Das war weiß Gott nicht selbstverständlich“, weiß Tochter Astrid.Auch getanzt haben die Kuhraus gerne zusammen.

Auch harte Zeiten haben die Kuhraus hinter sich

Anneliese Kuhrau: „Wir waren bei jedem Ball, kein Tanzvergnügen ohne uns. Tanz in den Mai, Schützenball, Faslam. Wir haben beide gern getanzt. Walter hat die Frauen toll rumgedreht.“

Auch harte Zeiten haben die Kuhraus hinter sich. „Gesundheitlich waren die letzten Jahre nicht so doll“, räumt Anneliese Kuhrau ein. Sie war an Darmkrebs erkrankt, lag lange im Krankenhaus. Enkelin Stefanie Karl erzählt: „Das war für uns alle schwer, mein Opa hat damals sehr zu kämpfen gehabt. Es war, als wäre ein Teil von ihm abgerissen worden. Aber wir haben als Familie zusammengehalten, waren immer da.“

Inzwischen geht es Anneliese Kuhrau wieder besser und das Ehepaar genießt die gemeinsame Zeit. Die beiden gehen gerne zusammen frühstücken oder zum Chinesen nach Bardowick oder Adendorf. Beide fahren noch Auto, sind unternehmungslustig. An Heiligabend hatten die Kuhraus die Familie zum Raclette-Essen bei sich eingeladen, auch zur Diamantenen Hochzeit am Sonntag gab es ein großes Fest mit der ganzen Familie.

Die Ehe, das ist ein Geben und Nehmen, sagen die Kuhraus. Noch mal so jung heiraten würde Anneliese Kuhrau nicht, „aber immer denselben Mann“. ls