Nicole Jahn hält ihre Tochter Luisa im Arm. Zwei Wochen zu früh kam Lüneburgs Neujahrsbaby 2020 zur Welt. (Foto: t&w)

Wettrennen im Kreißsaal

Lüneburg. Ganz versteckt liegt die kleine Luisa auf der Brust ihrer Mutter Nicole Jahn und schläft. Drei Stunden ist sie erst alt: Am 1. Januar um 12 Uhr kam das Mädchen im Städtischen Klinikum zur Welt. Luisa Jahn ist somit Lüneburgs Neujahrsbaby 2020.

Geplant war das Datum nicht, meint Nicole Jahn. Eigentlich hätte sie sich weder den 31. Dezember noch den 1. Januar als Geburtstag für ihr Kind gewünscht. Schließlich sei an diesen Tagen sowieso schon so viel los. „Aber das ist doch eigentlich egal, hauptsache sie ist gesund. Außerdem haben immerhin immer alle an ihrem Geburtstag frei, und es gibt jedes Jahr eine Geburtstagsparty.“

Eigentlich hätte Luisa erst am 20. Januar geboren werden sollen, sie ist zwei Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Nicole Jahn musste schon vier Tage vorher zur Beobachtung in die Klinik, am 1. Januar wurde die Geburt dann eingeleitet.

Im ganzen Jahr 1723 Kinder geboren

„Im Kreißsaal war das dann ein kleines Wettrennen“, meint die 33-jährige Mutter und schmunzelt. Denn um 12.30 Uhr und 13.30 Uhr erblickten noch ein weiteres Mädchen und ein Junge das Licht der Welt. Doch die kleine Luisa, die 48 cm groß ist und etwa 2700 Gramm wiegt, war die schnellste.

Dass ihr erstes Kind ein Mädchen wird, wusste Nicole Jahn bis zu der Geburt nicht. „Das war eine Überraschung, sie hatte sich bisher immer gut versteckt.“ Für das neue Jahr wünscht sich die Mutter, dass nun alles gut geht und ihre Tochter gesund bleibt. „Ansonsten lasse ich alles auf mich zukommen.“

Auf der Station im Städtischen Klinikum, auf der auch Nicole Jahn noch liegt, wurden 2019 insgesamt 1723 Kinder geboren – und somit 33 mehr als im Jahr davor. Bei dem Hausgeburten-Team „Hand in Hand“ gab es dieses Jahr kein Neujahrsbaby. Dafür verzeichneten die Hebammen 2019 deutlich mehr Hausgeburten, als in den Vorjahren. „Wir haben die 100 zwar nicht geknackt“, sagt Hebamme Vera Krause, „aber 99 Babys konnten wir auf die Welt helfen.“

Das sind 22 mehr als im Jahr 2018, weshalb sich das Hausgeburten-Team vergrößern musste. „Wir sind seit November eine Hebamme mehr im Team, damit wir der steigenden Nachfrage gerecht werden können“, sagt Vera Krause.

Von Lilly von Consbruch