Das Neujahrsschwimmen lockte in diesem Jahr neben 23 Schwimmern auch zahlreiche „Seh-Leute“ an. 2019 war das anders: Da hatte das stürmische Wetter viele Zuschauer und Teilnehmer abgeschreckt. (Foto: tja)

Ein eiskaltes Vergnügen in den Fluten der Elbe

Lauenburg. Was für ein Wetter! Bei strahlendem Sonnenschein, zwei Grad Luft- und vier Grad Wassertemperatur in der Elbe starteten die Wasserretter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Neujahrstag ihr traditionelles Anbaden. Das Neujahrsschwimmen lockte diesmal neben 23 Schwimmern im Wasser auch zahlreiche „Seh-Leute“ an Land an. 2019 hatte die Elbe noch massiven Wellengang, der Sturm viele Zuschauer und Schwimmer abgeschreckt.

„Ich mache das, sofern es passt, jeden Tag.“
Minna Yavuz, Teilnehmerin

Zum ersten Mal war in diesem Jahr Ole Saathoff dabei. Er kommt aus Warin, ist dort als Strömungsretter ausgebildet und erst seit kurzem auch im DLRG-Bezirk Oberelbe aktiv. „Es hat richtig Spaß gemacht, ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei“, sagte er nach dem etwa 15 Minuten dauernden Bad in der Elbe. Von der Promenade am Rufer-Platz aus waren die 23 Schwimmer – durch drei Einsatzboote begleitet – elbabwärts bis zum Bootshaus der Rudergesellschaft geschwommen. Dort wollten sie gar nicht wieder so richtig aus dem Wasser steigen, so gut gefiel es einigen Teilnehmern. Sie plantschten und sprangen mit freiem Oberkörper vom Steg ins Wasser.

Neopren für die Retter

Kurz zuvor war bereits Minna Yavuz in die Elbe gestiegen. „Ich mache das, sofern es passt, jeden Tag“, berichtete die aus Finnland stammende Lauenburgerin. Im Bademantel kam sie im Kuhgrund ans Elbufer, lief dann unerschrocken im Badeanzug ins Wasser. Die DLRG-Retter aus Lauenburg, Ratzeburg, Mölln, Büchen und Lüneburg hatten sich hingegen mit Neoprenanzügen vor der Kälte des Wassers geschützt. Die Bürgermeister von Lauenburg und Schnakenbek, Andreas Thiede und Christian Pehmöller, waren dieses Mal nicht dabei.

„Für uns ist das, gerade heute vor so vielen Zuschauern, eine tolle Gelegenheit, unsere Präsenz zu demonstrieren“, erklärte Christof Mahnke, der zweite Vorsitzende des DLRG-Bezirks Oberelbe. „Vergangenes Jahr waren wir 200 Mal als First Responder im Einsatz, unser hauptamtlicher Rettungswagen fuhr mehr als 4000 Einsätze, unsere Schnelleinsatzgruppe war 25 Mal gefordert und unsere Wasserrettung 20 Mal“, berichtete Jan-Ole Lendt. Mahnke: „Wir sind gut aufgestellt und immer für die Menschen einsatzbereit.“

Mit dabei war auch Norbert Brackmann. Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Lauenburg ist Maritimer Koordinator der Bundesregierung und war als Bootsführer mit beim Neujahrsschwimmen. „Das ist einerseits ein bisschen Ausgleich für mich, aber ich mag auch den Kontakt zu den Aktiven“, sagte er. Um junge Wasserretter fortzubilden, legte er noch eine kurze Übung vor dem Bootshaus ein: Ein Schwimmer wurde aus dem Wasser gerettet.

Von Timo Jann