Gemeindebrandmeister Sascha Wenzl (v.l.) und Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann überreichen Alexander Labitzke den symbolischen Schlüssel. (Foto: dth)

Neuer Einsatzwagen im Rekordtempo

Mechtersen. Um die Schlagkraft der Bardowicker Feuerwehren zu erhalten, pfiffen Politik und Verwaltung auf die üblichen Vorschriften: Für rund 385 000 Euro stellte die Samtgemeinde Bardowick der Freiwilligen Feuerwehr Mechtersen kurzfristig ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) auf den Hof. Das Vorführfahrzeug wurde innerhalb weniger Monate geliefert. Hätten die Bardowicker die Beschaffung des HLF ordnungsgemäß ausgeschrieben, hätte die Lieferzeit bis zu zwei Jahre dauern können, so die Befürchtung der Verantwortlichen. Welche Bedeutung das neue Fahrzeug hat, wurde vor allem bei der Übergabe deutlich, die die Feuerwehr Mechtersen mit rund 120 Gästen im Feuerwehrhaus zelebrierte.

„Als Stützpunktfeuerwehr ist man auf jedes Fahrzeug angewiesen.“
Alexander Labitzke, Ortsbrandmeister

„Bis dass der TÜV uns scheidet“ ist bei vielen Feuerwehren oft die gelebte Praxis, bevor ein veraltetes Fahrzeug gegen ein neues ausgetauscht wird. Dabei hatten die Mechterser sich schon mit einem Provisorium beholfen. Nachdem der Wehr das Unimog abgeraucht war, holten sie sich Ersatz von der Bardowicker Ortsfeuerwehr, benutzten deren altes HLF, bis der TÜV in diesem Sommer die rote Karte zeigte. Eine Reparatur hätte wahrscheinlich mehr als 40 000 Euro gekostet. Da erschien auch Rat und Verwaltung eine Neuanschaffung wirtschaftlicher. Aber es musste schnell gehen.

Entscheidung ohne Ausschreibung

Nach Auskunft von Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU) sei die Anschaffung mit dem Rechnungsprüfungsamt (RPA) abgestimmt gewesen, auch wenn das RPA nicht einverstanden gewesen sein mag. Das Mechterser HLF war und ist das einzige Fahrzeug im Zug-West der Samtgemeinde-Feuerwehr, das über die notwendige Halterung für den sogenannten Rettungssatz mit Hydraulikschere und Spreizer verfügt, um beispielsweise eingeklemmte Personen aus einem verunfallten Pkw zu holen. So war auch der Samtgemeinderat einhellig der Meinung, dass Gefahr in Verzug sei und unterstützte Ende die September die Eilentscheidung der Verwaltung, das Ersatzfahrzeug vom Fleck weg zu kaufen, ohne Ausschreibung. Hinzukommen Ausrüstkosten in Höhe von 20 000 Euro.

Besonders erfreut zeigte sich Mechtersens Ortsbrandmeister Alexander Labitzke über das neue Fahrzeug und die zügige Beschaffung, um die Einsatzbereitschaft der Stützpunktfeuerwehr zu erhalten. Dem pflichtete Bardowicks Gemeindebrandmeister Sascha Wenzl bei, der das schnelle Handeln im Sinne der Sicherheit aller lobte.

Bei der Übergabe des übergroßen, symbolischen Fahrzeugschlüssels machte Luhmann einen Vorschlag, wie man rechtzeitig erkennt, wann das nächste Ersatzfahrzeug angeschafft werden müsste. Und zwar, sobald alle Zinken glatt geschliffen sind, wenn man nach jedem Einsatz an dem Schlüssel eine Flasche Bier geöffnet hat.

Von Dennis Thomas