Seit 40 Jahren hält der Zug zwischen Lüneburg und Lübeck nicht mehr in Adendorf. In drei Jahren soll nun der Bahnhaltepunkt eröffnet werden. Foto: be

Nächster Halt erst in drei Jahren

Adendorf. Der Bahnhaltepunkt Adendorf im Zuge der Bahnstrecke Lüneburg – Lübeck kommt, da ist sich Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack (SPD) sicher. Aber er kommt noch einmal etwas später: Während Maack in diesem Frühjahr noch auf eine Verwirklichung bis Ende 2021 gehofft hatte, geht er jetzt von einer Umsetzung „frühestens Ende 2022“ aus.

Zwischenzeitlich habe es Unstimmigkeiten mit dem Land Niedersachsen, der Vergabekammer des Landes und der Landesnahverkehrsgesellschaft darüber gegeben, ob die entstehenden Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden müssen. „Das ist in der Zwischenzeit geklärt“, berichtet Maack. Sie müssen es nicht.

Mittlerweile sind nun auch die Aufträge für die „Entwurfsplanung“ und die „Genehmigungsplanung“ der Leistungsphasen 3 und 4 an ein Planungsbüro in Hannover vergeben.

Kommunen sollen nur die Planungskosten übernehmen

Im vergangenen Frühjahr hatte Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) entschieden, dass die Kommunen für die insgesamt 19 Bahnstationen in Niedersachsen, die in den nächsten Jahren reaktiviert werden sollen, nur die Planungskosten zu tragen haben, nicht aber die Baukosten. Im Fall von Adendorf sind das laut dem zuständigen Fachbereichsleiter Christian Ninnemann rund 160.000 Euro.

Die weiteren Kosten, die ab der Leistungsphase 5 („Ausführungsplanung“) bis zur Fertigstellung der Anlagen („Leistungsphase 8“) entstehen, übernehmen das Land, die Deutsche Bahn und die Landesnahverkehrsgesellschaft. Insgesamt werden die Kosten für die Einrichtung des Bahnhaltepunkts Adendorf, an dem seit 40 Jahren keine Züge mehr halten, auf knapp über eine Million Euro geschätzt.

Zweiter Bahnsteig und kürzerer Takt möglich

Niedersachsens damaliger Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hatte 2013 ein Programm für die Wiedererrichtung von in der Vergangenheit stillgelegten Bahnhaltepunkten aufgelegt. Adendorf bewarb sich und erhielt den Zuschlag. Aus zunächst vier Varianten wurde nach langen Diskussionen der Standort gegenüber dem alten Bahnhof für den künftigen Bahnhaltepunkt ausgewählt.

Vorgesehen ist ein Bahnsteig mit einer Länge von 140 Metern, außerdem ein Wetterschutzhäuschen, Beleuchtung, dynamische Schriftanzeiger sowie Wegeleit- und Informationssysteme. Viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, wenige Pkw-Plätze sollen entstehen, sagt Bürgermeister Maack.

Sollte der künftige Bahnhaltepunkt gut genutzt werden, ist am ehemaligen Bahnhof auch die spätere Anlage eines zweiten Bahnsteigs möglich. „Der wäre notwendig, wenn die Bahn ihren Takt von einstündig auf halbstündig verkürzt“, macht Maack deutlich.

Von Ingo Petersen