Donnerstag , 29. Oktober 2020
Brigitte Lauer und Frank Kerstens sind nun Träger der Lüneburg-Medaille. Sie ist die dritthöchste Auszeichnung der Stadt. Foto: t&w

Ohne sie wäre die Gesellschaft viel ärmer

Lüneburg. Unterschiedlicher könnte das Engagement jener Lüneburger, die am Mittwochabend im Glockenhaus von der Stadt ausgezeichnet wurden, kaum sein. Von der Leitung einer Wandergruppe oder der Hilfe für Prostituierte über den Einsatz im Schützenverein oder ein Engagement im Seniorenbeirat bis hin zum Kleingartenverein reicht die Bandbreite. Nicht ohne Grund war Oberbürgermeister Ulrich Mädge von der Vielfalt begeistert. „Dieser Abend gehört Ihnen und das aus gutem Grund: Sie alle leisten täglich Großartiges in unserer Stadt, indem sie sich unentgeltlich für Ihre Mitmenschen einsetzen.“

Denn jeder hat sich schon einmal in einer Situation befunden, in der er auf die Hilfe von anderen angewiesen war, vermutete Ulrich Mädge. „Und so manches Mal hatten wir das Glück, diese Hilfe zu bekommen, weil uns Menschen aus unserem Umfeld unterstützt haben.“ Mit diesem Engagement würden die Ehrenamtlichen für Vertrauen und Zusammenhalt in der Gesellschaft sorgen.

Ehrung im doppelten Sinne verdient

Als Dank dafür übergaben Bürgermeister Christel John, Eduard Kolle und Ulrich Löb im Wechsel 51 Ehrenamtlichen eine Urkunde und dankten ihnen für „viele ungezählte Stunden Ehrenamt“. Zwei Lüneburger erhielten die dritthöchste Auszeichnung der Hansestadt: die Lüneburg-Medaille.

Diese 53 Lüneburger wurden am Tag des Ehrenamtes von der Stadt geehrt. Foto: t&w

In diesem Jahr fiel die Wahl zum einen auf Brigitte Lauer. Sie trägt seit August 2008 als Mitglied der Lüneburger Tafel „mit ihrem freundlichen Wesen und großem Engagement zum Gelingen des Gemeinwohls bei“, sagte Mädge. Die Tafel versorgt Menschen mit geringem Einkommen mit Lebensmitteln. Brigitte Lauer ist dort überwiegend in der Kundenabwicklung tätig und sei erste Ansprechpartnerin bei Kundenfragen und –belangen.

Außerdem konnte sich Frank Kerstens über diese Ehrung freuen. Er ist seit 2000 ehrenamtlich in der Anne-Frank-Schule in Kaltenmoor. Zunächst als Klassenelternvertreter, ein Jahr später übernahm er den Vorsitz des Schulelternrates. In dieser Zeit begleitete und unterstützte Kerstens unter anderem den Umbau der Schule zur Ganztagsschule. 2001 gründete er den Förderverein „Freundeskreis der Anne-Frank-Schule“, in dem er bis heute als Kassenwart aktiv ist und leitet seit August 2017 die Mädchenfußball-AG der Schule.

Ausreichend Nachwuchs fürs Ehrenamt begeistern

„Auch wenn es ungewöhnlich ist, weil heute Abend eigentlich das Ehrenamt geehrt wird, möchte ich noch einmal ausdrücklich auf das ehemalige Hauptamt von Herrn Kerstens eingehen“, sagte der Oberbürgermeister. „Als Kontaktbeamter und Stadtteilpolizist von Kaltenmoor war er jahrelang ein Vorbild.“ Er sei den Bürgern stets freundlich und nett gegenübergetreten. „Wir wünschen uns, dass wir in Zukunft mehr Kontaktbeamte finden wie Sie es waren“, sagte Mädge. Im doppelten Sinne habe Kerstens also die Lüneburg-Medaille verdient, befand der Oberbürgermeister.

Frank Kerstens selbst war von der Ehrung „völlig überrascht“. „Es ist aber eine tolle Wertschätzung meines langjährigen ehrenamtlichen Einsatzes“, meinte er, „und dann noch das Lob für meine ehemalige Haupttätigkeit. Das hat mich natürlich auch sehr gefreut.“

Ulrich Mädge hofft, dass immer wieder genug Nachwuchs für die gute Sache begeistert werden kann. „Denn Menschen wie Sie, die mit offenen Augen durch die Stadt gehen, brauchen wir auch weiterhin in unserer Gesellschaft.“

Die Namen derjenigen, die geehrt wurden, sind in der Printausgabe der LZ vom 20. Dezember 2019 zu finden.

von Lilly von Consbruch