Stefan Schulz (3.v.l.), Matthias Krah (4.v.l.), Birgit Burmester (5.v.l), Brita Dohrmann (3.v.r.) und Theresa Stindel (rechts) freuen sich auf das neue Projekt. (Foto: Wulf Kiecksee)

„Klassenfahrt“ nach Rumänien

Lüneburg. Was unterscheidet Jugendliche aus Serbien, Rumänien, Österreich, Portugal oder Griechenland von denen aus Deutschland? Das wollen 20 Schüler des Gymnasiums Oedeme in den nächsten zwei Jahren herausfinden. Die Schule hat ein neues Projekt innerhalb des EU-Programms Erasmus+ gestartet. Es soll Schülern die Möglichkeit geben, sich auf kreative Art mit verschiedenen Kulturen auseinander zu setzen.

In erster Linie geht es bei dem Austausch darum, den Schülern interkulturelle Kompetenz zu vermitteln, verdeutlicht Direktor Stefan Schulz. Der Fokus liegt dabei auf den musikalischen, darstellerischen und tänzerischen Fähigkeiten der Schüler. „Intercultural Creativity Unlimited”, zu Deutsch: grenzenlose interkulturelle Kreativität, heißt das Projekt deshalb. Es wurde von der stellvertretenden Schulleiterin Birgit Burmester und den Lehrern Brita Dohrmann, Theresa Schindl und Matthias Krah entwickelt.

Harte Kriterien für das Projekt

„Der Name ist ein Wortspiel”, sagt Theresa Schindl. Denn die Abkürzung ICU spricht sich wie „I see you” (Ich sehe dich). „Die Jugendlichen sollen die Teilnehmer aus den anderen Ländern kennenlernen und sie mit allen Facetten ihrer Kultur sehen.”

Die Auswahlkriterien für das Erasmus+ Programm sind hart, weiß Schulz. „Die Zahl der teilnehmenden Schulen ist begrenzt, es ist nicht leicht, da reinzukommen.” Die anderen fünf Länder haben sich als Partner dem Projektvorschlag der Lüneburger Schule angeschlossen. 20 Schüler der 10. Klassen vom Gymnasium Oedeme wurden in vier Gruppen á fünf Personen geteilt. Jede Gruppe darf in den nächsten zwei Jahren an einem fünftägigen Aufenthalt in einem der Partnerländer teilnehmen.

„Die Schüler durften selbst entscheiden, für welches Land und Thema sie eingeteilt werden wollen”, erklärt Brita Dohrmann. Jedes Treffen hat ein eigenes Motto. „Im März fahren wir nach Athen, dort geht es dann um die jugendliche Kultur.” Es folgen Fahrten nach Serbien, Rumänien und Madeira, zu den Themen „Familie und Tradition“ sowie „Literatur und Geschichte“. Das letzte Treffen wird in Oedeme stattfinden. Jüngst haben sich die beteiligten Lehrer bereits in Österreich getroffen.

Eintauchen in andere Kulturen

Alles, was die Schüler gemeinsam mit den Jugendlichen der anderen Länder bei ihren Treffen produzieren, soll gefilmt werden. „So haben auch die Schüler etwas davon, die zu Hause bleiben“, erläutert Burmester. ”Außerdem wird es am Ende des Projekts, im Juli 2021, eine große Show hier in der Schule geben.“

„Dieses Projekt ist ein enormer Mehrwert für unsere Schüler“, ist sich Schulz sicher. Außerdem würde es wie „ein Puzzleteil“ ins Profil des Gymnasiums passen. „Wir legen viel Wert auf die Förderung interkultureller Kompetenzen.“

Anders als bei einem normalen Austauschprogramm, haben die Schüler die Möglichkeit, Gleichaltrige aus gleich fünf europäischen Ländern kennenzulernen. „Sie können komplett in diese Kulturen eintauchen“, schwärmt Birgit Burmester, „weil sie viele Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen und die Jugendlichen mit einem ganz anderen Blick sehen.“

Genau das ist die Hoffnung der Organisatoren: „Bestenfalls stellen die Schüler nach den Treffen fest, dass Jugendliche aus anderen Kulturen in vielen Dingen ähnlich ticken – und sich ihre Vorurteile nicht bestätigt haben.“

Hintergrund

Erasmus+

Das Förderprogramm der EU unterstützt unter anderem strategische Partnerschaften zwischen Schulen. Die Vermittlung demokratischer Werte, interkultureller Kompetenzen und Förderung vom Toleranz stehen dabei im Fokus. Die Kosten für die Projektarbeit und die Auslandsfahrten werden komplett übernommen.

Von Lilly von Consbruch