Das Areal der Psychiatrischen Klinik aus der Vogelperspektive: Der im Vordergrund zu sehende Parkplatz ist als Ort des Anbaus nun vom Tisch. Stattdessen soll der nun links hinter dem weißen Block in Richtung Kalkbruchsee entstehen. (Foto: be)

Parkplatz bleibt unangetastet

Lüneburg. Bisher sind die Stationen der Erwachsenenpsychiatrie noch verteilt auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL). Künftig sollen sie an einem Standort konzentriert werden. Bereits Ende April 2018 präsentierte Geschäftsführer Rolf Sauer entsprechende Pläne. Diese wurden inzwischen überarbeitet, im Bauausschuss stellte er jetzt den neuesten Stand vor.

Für die Konzentration der Stationen an einem Standort hatte die Klinik Ende 2017 einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Der Entwurf des Büros tsj tönies schroeter jansen, der sich durchsetzte, sah einen Neubau im hinteren Teil des Parkplatzes Am Wienebütteler Weg vor, der verbunden werden sollte mit dem Hauptgebäude (LZ berichtete). Damals war von einem Baustart 2020 die Rede. Sauer und die damalige Ärztliche Direktorin, Dr. Angela Schürmann, machten seinerzeit deutlich, dass die Sanierung des Hauptgebäudes bei laufendem Betrieb eine große Herausforderung sein werde.

Sanierung wäre nur „zweitbeste Lösung“

Sauer erklärte nun, dass inzwischen das Raumprogramm weiterentwickelt und die Bausub-stanz des Hauptgebäudes noch einmal unter die Lupe genommen worden sei. Wenn man dieses „ertüchtigen“ – also sanieren und modernisieren – wolle, sei das nur die zweitbeste Lösung. Das sehe auch das niedersächsische Sozialministerium so.

Laut überarbeiteter Planung soll in einem ersten Bauabschnitt nun ein Neubau hinter dem Hauptgebäude in Richtung Kalkbruchsee entstehen. Der Parkplatz bliebe also unangetastet. Damit wäre auch weiter die Durchgangszone für Kaltluft gewährleistet, sie gilt als wichtig für die Belüftung der Innenstadt. Der Planungsausschuss des Sozialministeriums werde im November 2020 über den gestellten Förderantrag für den ersten Bauabschnitt entscheiden, erklärte Sauer. In diesem Neubau könnten vier Stationen untergebracht werden.

Neubau niedriger als altes Hauptgebäude

Auf Nachfrage von Klaus-Dieter Salewski (SPD) zum Zeitplan erläuterte Sauer: Schon in der Zeit, bis der Förderbeschluss steht, solle die Baumaßnahme vorbereitet werden. Geplanter Baustart sei nun Sommer 2021.

In einem weiteren Bauabschnitt könnte das Hauptgebäude in mehreren Schritten abgerissen und durch neue Gebäude ersetzt werden. Laut derzeitiger Planung könnte der gesamte Komplex – mit Klinkerfassade – in einem Teil viergeschossig, die anderen Teile drei- und zweigeschossig sein – und damit wäre er niedriger als das bestehende Hauptgebäude. Wann dieser zweite Bauabschnitt umgesetzt wird, steht noch nicht fest.

Stadtbaurätin Heike Gundermann machte deutlich, dass das Verfahren für den Bebauungsplan ganz am Anfang sei, verschiedene Gutachten würden dazu auf den Weg gebracht. Der Ausschuss votierte einstimmig für die Aufstellung des Bebauungsplanes.

Von Antje Schäfer