Donnerstag , 1. Oktober 2020
So soll der Neubau am Eingangstor zum Roten Feld aussehen. Visualisierung: Ohlmsbau GmbH & Co. KG

Neuer Bogen mit vier Geschossen

Lüneburg. Hoch erfreut zeigte sich Stefan Minks (SPD) im Bauausschuss, dass die Tage des „hässliches Klotzes“ an der Lindenstraße/Ecke Barckhausenstraße gezählt sind und dort Wohnungen entstehen sollen. Für den geplanten Komplex gab es anerkennende Worte aus fast allen Fraktionen. Mehrheitlich bei einer Enthaltung stimmte die Politik dem Bebauungsplan zu.

Kein schöner Anblick ist das Gebäude am Eingang zum Roten Feld, das Ende der 70er-Jahre entstand und auch das Bowling-Center beherbergte. Bereits vor zwei Jahren hatte der Verwaltungsausschuss beschlossen, dass für das Areal ein Bebauungsplan erstellt werden solle. Zuvor hatte ein Lüneburger Investor das Grundstück gekauft und das Rotenburger Büro Lohmann Architekten mit einem Entwurf beauftragt. Die meisten Politiker waren von Anfang an von den Planungen begeistert, forderten aber hier und da Nachjustierungen. Birte Schellmann (FDP) sprach in der jüngsten Sitzung von einem „wohltuenden Prozess“, bei dem Ideen des Bauausschusses mit eingeflossen seien. Der Ausschussvorsitzende Eberhard Manzke (CDU) nannte den geplanten Komplex gar „architektonisch sehr gelungen“.

Der von vielen als hässlich empfundene Klotz am Handwerkerplatz wird bald Geschichte sein. Foto: t&w

Und auch Karlheinz Fahrenwaldt lobte die Veränderung. Ihm ging es allerdings nicht nur um die Architektur. Für ihn und seine Fraktion war ausschlaggebend, dass im Zuge des Wohnprojektes auch bezahlbarer Wohnraum entsteht. Der wird zwar nicht an diesem Standort realisiert, weil aufgrund der hohen Kosten für das Bauprojekt damit die Rentierlichkeit nicht gewährleistet sei, erläuterte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Auf Fahrenwaldts Nachfrage hieß es dann, dass der Investor in der Nelly-Sachs-Straße geförderten Wohnraum erstelle und zwar mehr Wohneinheiten als die 30-Prozent-Regel in Lüneburg vorsieht.

Hier entstehen 48 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten

Stadtbaurätin Heike Gundermann skizzierte, dass in dem Gebäudekomplex 48 Wohn- sowie zwei Gewerbeeinheiten entstehen sollen. Der mittlere Teil wird viergeschossig, zu den angrenzenden Wohnbebauungen geht es auf drei Geschosse zurück. Der Haupteingang zum Treppenhaus und Lift befindet sich an der Ecke Lindenstraße/Barckhausenstraße, daneben sind die beiden Gewerbeeinheiten angesiedelt. Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage ist von der Barckhausenstraße aus, die unter anderem Steckdosen zum Aufladen von Elektrofahr-zeugen/-rädern bietet und auch Stellplätze für Räder vorsieht – weitere gibt es im Innenhof, wo zudem ein Gartenhaus entsteht.

Empfohlen wird eine Dachbegrünung sowie die Begrünung der südlichen Fassade. Außerdem entsteht über der Tiefgarage ein Gründach. Die Fassaden sollen durch Klinker- und Putzflächen für ein lebendiges Bild sorgen. Aus Sicht der Stadtbaurätin handelt es sich um ein Projekt mit städtebaulicher Qualität. Dem Bebauungsplan könne man mit gutem Gewissen zustimmen, dem folgte die Politik.

Von Antje Schäfer

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