Donnerstag , 1. Oktober 2020
Lars Werkmeister ist seit gut fünf Monaten Chef der Lüneburg Marketing GmbH. (Foto: t&w)

Noch nicht ganz perfekt

Lüneburg. Seit gut fünf Monaten ist Lars Werkmeister der Chef der Lüneburg Marketing GmbH. In den Wirtschaftsausschuss der Stadt, die Anteile an der Gesellschaft hält, brachte er Ergebnisse einer Befragung zu den Sülfmeistertagen mit. Für ihn sei es wichtig, zu wissen, „was zum Beispiel im Veranstaltungsbereich gut läuft und was wir gegebenenfalls verändern müssen“.

Mehr als 300 Besucher seien während der Sülfmeistertage befragt worden. Der Grund: Immer wieder gab es gerade auch in den sozialen Medien Kritik an Veranstaltungen, die die Marketing jedes Jahr auf die Beine stellt. Die Auswertung der Befragung, die zwar nicht repräsentativ sei, aber eine Grundlage biete, kommt zu folgendem Ergebnis: „Mehr als 80 Prozent der Besucher finden das Konzept mindestens gut. Allerdings werden die einzelnen Bausteine wie Programm, Mittelaltermarkt und Verkaufsstände unterschiedlich bewertet.“ Da müsse er nun schauen, ob und wie die Organisatoren eventuell etwas ändern können.

97 Prozent sprechen eine Empfehlung aus

Die Besucher kommen aus ganz Deutschland, knapp die Hälfte kommt von weiter her, 55 Prozent der Befragten sind aus Stadt und Landkreis Lüneburg. Letzteres zeige auch eine hohe Identifikation mit der Veranstaltung, zu der fast 50 Prozent der Besucher gezielt kommen, machte Werkmeister deutlich. Davon profitierte auch der Handel sowie die Gastronomie.

„Die Sülfmeistertage sprechen ein breites Publikum an, alle Altersklassen sind vertreten.“ Sehr erfreulich sei, dass 97 Prozent mit einem Ja auf die Frage „Würden Sie Freunden einen Besuch der Sülfmeistertage empfehlen?“ geantwortet hätten.

Das Feedback sei also sehr erfreulich, die Veranstaltung habe – trotz mancher Kritik, oft von Einzelpersonen – einen „hohen Stellenwert und überregionale Ausstrahlung. Die Atmospäre wird sehr gelobt“. Allerdings würden Einsparungen, zum Beispiel weniger Stände auf dem Mittelaltermarkt, durchaus registriert.

Auch die Teams, die bei den Sülfmeistertagen antreten, hätten ein durchweg konstruktives Feedback gegeben, erklärt, was gut und schlecht gelaufen ist. „Daraus können wir lernen.“

Befragung zur Weihnachtsstadt Lüneburg

„Insgesamt ist das Konzept der Sülfmeistertage natürlich noch nicht perfekt, und es müssen sicherlich Dinge verbessert werden. Aber das Feedback ist deutlich besser als erwartet und zeigt, dass die Sülfmeistertage grundsätzlich wichtig für das Lüneburger Stadtleben sind und Entwicklungspotenzial vorhanden ist.“

Inzwischen läuft eine weitere Befragung zur Weihnachtsstadt Lüneburg. „Auch da möchten wir mit Blick auf die Ergebnisse schauen, was wir eventuell besser machen können und wohin die Reise gehen soll.“ Solche Analysen seien auch deshalb wichtig, weil Lüneburg mit anderen Städten im Wettbewerb stehe, zum Bespiel um Kaufkraft, Einwohner, Fachkräfte oder Unternehmen. Die vielen Gestalter Lüneburgs müssten gemeinsam dafür sorgen, dass die Stadt attraktiv für Kunden und Besucher ist und bleibt. Ein attraktives Veranstaltungsportfolio trage im Wettbewerb zur Profilierung bei und sei deshalb wichtig.

Die Marketing GmbH ist laut Werkmeister derzeit mit den neun Gesellschaftern im Gespräch, „wie unser Auftrag künftig sein soll“. Sprich: es soll ein Handlungsrahmen festgezurrt werden. Im kommenden Jahr sollen Ergebnisse öffentlich präsentiert werden.

Wirtschaftsausschuss diskutiert Gebühren

Kaum etwas wird teurer

Konstant bleiben sollen die Straßenreinigungs-, Friedhofs- sowie Marktgebühren 2020. Dafür stimmten die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses. Auch für die Entsorgung von Müll sollen die Bürger der Hanstadt nicht tiefer in die Tasche greifen müssen. Letztlich muss der Rat der Stadt dies noch in seiner Sitzung am Donnerstag, 19. Dezember, absegnen. Bereits im Ende 2018 hatte der Rat beschlossen, dass die Schmutzwassergebühr in zwei Stufen steigt. 2019 belief sich die Erhöhung um 15 Cent auf 1,45 Euro pro Kubikmeter, 2020 steigt sie um weitere 20 Cent auf 1,65 Euro pro Kubikmeter.

Von Antje Schäfer