Vor allem verschiedene Überlandbusse fahren seit Inkrafttreten des neuen Nahverkehrsplans nur noch bis zum ZOB, statt wie vorher zum Sand. Das sorgt für Kritik. (Foto: t&w)

Landkreis will weiter nachbessern

Lüneburg. Der aktuelle Stand der Umsetzung des Nahverkehrsplans war auch Thema der jüngsten Sitzung des Mobilitätsausschusses des Lüneburger Kreistags. Freia Srugis von der Kreisverwaltung zog Bilanz, und sie sagte vorweg: „Natürlich ruckelt es bei der recht großen Umstellung ein wenig.“ Mehr als 270 Anregungen, Wünsche und Beschwerden seien seit Start des neuen Nahverkehrsplans beim Kreis eingegangen. Eines der großen Themen sei, dass viele Landkreis-Linien nicht mehr direkt den Platz am Sande anfahren, sondern stattdessen den ZOB beim Lüneburger Bahnhof zentral ansteuern.

Diese Veränderung, die verschiedene Überlandbusse, aber auch die Stadtbuslinie 5002 zwischen Bardowick und Lüneburg betrifft, gehört auch zu den Kritikpunkten, die bei der Landeszeitung mit am häufigsten aufgelaufen sind. Für ihren Mann, der auf den Rollator angewiesen ist, sei es ein echtes Problem, wenn von Bardowick kommend die Innenstadt erreicht werden soll, schreibt eine Leserin: „Das heißt für uns wieder, mit dem Auto die Termine abarbeiten.“

Kappung der Linie 5015

Immer wieder erreichte auch ein anderer Kritikpunkt die LZ: die Kappung der Stadtbuslinie 5015 in Richtung Erbstorf schon am Lüneburger Ebensberg. „Ich fordere die KVG im Namen auch vieler anderer Erbstorfer auf, die 5015 zumindest zu den Pendler-Stoßzeiten ab 16 Uhr nach Erbs­torf durchfahren zu lassen“, heißt es in einer Mail. Auch Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack (SPD) erklärt, dass die neue Regelung für ihn überraschend kam. „Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Der Kreis argumentiert, dass über die Erbstorfer Landstraße weiter eine direkte Verbindung mit der Linie 5110 von und nach Lüneburg existiert.

In Reppenstedt wurde sogar eine Online-Petition auf den Weg gebracht. die eine Änderung der Abfahrtzeiten der Linie 5013 einfordert.

Beschwerdewelle deckt Mängel auf

Die Beschwerdewelle, die den Landkreis erreichte, habe auch einige deutliche Mängel herausgestellt, hieß es in der Sitzung des Mobilitätsausschusses von der Verwaltung. Sie sei bemüht, da wo es sinnvoll ist, so schnell wie möglich nachzubessern. Einige Änderungen wurden bereits kurzfristig umgesetzt. Weitere, die hauptsächlich die Schülerverkehre betreffen, seien nach den Weihnachtsferien und zum 1. Februar geplant – vorbehaltlich einer Genehmigung durch die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG).

Handlungsbedarf sieht Srugis beispielsweise bei der Buslinie von Lüneburg über Scharnebeck, Rullstorf bis Neetze. Auch bei der Schülerbeförderung in Richtung Mechtersen müsse nachgebessert werden, da es vor allem nachmittags zu hohen Wartezeiten käme. Zudem habe es massive Beschwerden von Unternehmen aus dem Lüneburger Gewerbegebiet Bilmer Berg gegeben, bezüglich der Bushaltestelle Auf den Blöcken.

Die Kreistagsabgeordnete Petra Kruse-Runge (Grüne) bemängelte, dass es am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) immer noch keinen Übersichtsplan gebe, auf dem erkennbar sei, an welcher Station welche Buslinie abfahre. „Das macht für viele, die dort zusätzlich umsteigen müssen, das Ganze noch schwieriger.“ Aus den Zuhörerreihen meldete sich Hartmut Müller vom Busunternehmen KVG zu Wort und sagte auf Nachfrage von Srugis zu, sich um das Problem der ZOB-Übersicht zu kümmern.

Von Dennis Thomas und Ingo Petersen