Samstag , 26. September 2020
Studentische Vertreter im Senat: Tino Hübner, Gesa Weidemann (M.) und Klara-Maria Töpfer. Foto: t&w

Das Trio für den Senat

Lüneburg. Es ist keine einfache Aufgabe, der sich Tino Hübner, Klara-Maria Töpfer und Gesa Weidemann ab April 2020 stellen wollen: Die drei wurden jetzt als studentische Vertreter in den Senat der Leuphana gewählt. Dort wollen sie die Anliegen der rund 9000 Studenten vertreten – und den Senat bei eben diesen bekannter machen.

Der 26-jährige Tino Hübner ist kein Neuling, er wurde jetzt in seine vierte Amtszeit gewählt. „Ich finde, dass die Studenten sich nicht genug in der Öffentlichkeit artikulieren”, begründet er sein Engagement. Das sei jedoch verständlich, da sich jeder an der Uni in einer Bewertungssituation befinde und sich deshalb vielleicht nicht traue, seinem Ärger Luft zu machen. „Deshalb müssen wir den Studenten eine Stimme verleihen”, sagt er.

Hübner und Klara-Maria Töpfer (21) werden für das Demokratische Bündnis im Senat sitzen, das sich aus verschiedenen hochschulpolitischen Gruppen gebildet hat. Gesa Weidemann, ebenfalls 21, stand auf der Liste 2, ein Zusammenschluss aus mehreren Fachschaften. „Wir hatten einen aktiven Wahlkampf”, meint Klara-Maria Töpfer: „Dadurch ist die Wahlbeteiligung gestiegen, und die Wahl hat mehr Aufmerksamkeit bekommen.” In diesem Jahr lag die Wahlbeteiligung bei 17,3 Prozent, bei der vorangegangenen Wahl nur bei 11 Prozent.

„Viele wissen nicht, an wen sie sich wenden können“

Die drei sind sich jedoch einig, dass da noch Luft nach oben ist: Den Senat und die akademische Selbstverwaltung näher an die Studenten heranzutragen, ist deshalb ein Ziel, das sie verfolgen. „Viele laufen mit ihrem Frust über den Campus und wissen nicht, an wen sie sich wenden können”, ist Tino Hübner sicher. Dabei seien sie im Senat häufig an der richtigen Stelle.

Er weiß aber auch, dass viele Themen zu abstrakt erscheinen, um die Studenten dafür begeistern zu können. Gesa Weidemann will diesem Problem mit einem größeren Austausch begegnen: „Eine gesteigerte Transparenz kann bei vielen Studenten dazu führen, sich wieder mit den wichtigen Themen im Senat auseinanderzusetzen.”

Nun will sich das Trio erstmal untereinander besser kennenlernen und thematisch zueinander finden. Gesa Weidemann und Klara-Maria Töpfer werden schon jetzt an den Senatssitzungen teilnehmen, um einen Einblick in die Arbeit des Gremiums zu bekommen. Hübner weiß, dass dort nicht alles so läuft, wie man sich das vorstellt: „Es ist nicht einfach, bestimmte Dinge in der einjährigen Amtszeit durchzusetzen. Im Senat dauert alles recht lang. Das sind meistens Prozesse, die man aber anstoßen und begleiten kann.”

Das wollen die drei Vertreter auch tun, die Rahmenprüfungsordnung steht mit an oberster Stelle. Gesa Weidemann möchte außerdem für die Sicherung der Qualität der Lehre und der Anschlussfähigkeit des Masterstudiums eintreten. Vor allem aber geht es darum, Probleme auf dem Campus aufzuschnappen und in den Senat zu tragen.

Von Lilly von Consbruch