Von den Renntagen zwischen Elbe und Deich geht in jedem Jahr wieder eine Faszination aus, der Tausende von Besuchern erliegen. Das Rennen ist nicht nur sportliches Event, sondern auch Familienfest. (Foto: fw)

Keine Pferderennen am Stover Strand

Stove. Wieder ein Jahr ohne Pferderennen, Ponyreiten und Voltigiervorführungen am Stover Elbdeich: Das traditionsreiche Stover Rennen, eine der Großveranstaltungen in der Elbmarsch, die jedes Jahr Tausende Pferdebegeisterte an den Elbdeich zieht, ist wie im Vorjahr abgesagt – und steht damit in einer Reihe mit etlichen Veranstaltungen, die wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Selbst wenn die Veranstalter eine Genehmigung bekämen, das Rennen stattfinden zu lassen, wäre diese mit zu vielen Auflagen verknüpft: „Wir brauchen ein volles Haus, das bekommen wir so nicht. Wenn nur 3000 oder 2000 Besucher kommen, gibt das ein dickes Minus“, erklärt Carsten Fechner, Geschäftsführer des Stover Rennvereins. Zum Vergleich: In den Vorjahren besuchten bis zu 10.000 Gäste das Rennen am Stover Elbdeich.

Die ersten Rennvereine sind bereits pleite

Doch Carsten Fechner und der Verein, dessen Gründer 1875 den ersten Renntag planten, stecken den Kopf nicht in den Sand. 2022 soll wieder voll durchgestartet werden. „Ich habe gelesen, die ersten Rennvereine gehen schon pleite“, berichtet Fechner. Der Stover Rennverein hat den Rennausfall im vergangenen Jahr finanziell noch recht gut verkraftet. Etwas Unterstützung gab es von der Gemeinde Drage, der Samtgemeinde Elbmarsch und in Form von Corona-Hilfen vom Bund. Dazu kamen die weiterhin geleisteten Mitgliedsbeiträge und gezahlte Ausstände von Verbänden. Es werden viele Kosten gedrückt. „Die Trainer in der Voltigierabteilung haben auf ihre Aufwandsentschädigung verzichtet. Wir haben auf alles verzichtet“, betont Fechner. Auf diese Weise hat der Verein die Saison 2020 mit einem geringen Minusbetrag abgeschlossen.

„In ein Minus kommen wir in jedem Fall. Wir hoffen, dass es in einem niedrigen fünfstelligen Bereich bleibt.“ - Carsten Fechner, Chef des Rennvereins

„Diesmal wird das nicht so. Wir versuchen, die Kosten zu senken, etwa die Mitarbeiterkosten. Aber in ein Minus kommen wir in jedem Fall. Wir hoffen, dass es in einem niedrigen fünfstelligen Bereich bleibt.“ „Wir sind voller Zuversicht. So lange es machbar ist, sind wir dabei.“ Im nächsten Jahr müsse es dann aber krachen.

Mitglieder bleiben dem Verein treu

Der Vereinschef hofft auf viele Besucher und eine gute Zusammenarbeit mit den Sponsoren. „Wenn das im nächsten Jahr nicht läuft, war es das.“ Mitglieder bleiben dem Rennverein treu. Momentan nutzt der Stover Rennverein die Zeit, um die Rennbahn zu sanieren. Die Kosten des Projektes stehen noch nicht fest. Besonders froh ist Fechner darüber, dass es bislang keine Vereinsaustritte gab. „Lasst uns durchhalten“, appelliert er an die Mitglieder. „Wenn sie uns treu bleiben, läuft das.“

Auch in der Voltigierabteilung wurden die Kosten reduziert. Die Abteilung finanziert sich selbst, die Mitglieder sind alle noch dabei. Zuletzt wurde einzeln trainiert. „Wir versuchen, alles weitestgehend am Laufen zu halten. Wenn gar nichts mehr geht, sind wir auf Spenden angewiesen – dann würden wir eventuell auch nochmal auf die Gemeinde zugehen.“

Von Marieke Henning

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