Sonntag , 27. September 2020
Reichlich Geschenke haben die Reinstorfer Landfrauen wieder gepackt. (Foto: t&w)

Strahlende Augen

Reinstorf. Zum fünften Mal hat Susanne Hille für den guten Zweck ihr Esszimmer geräumt. Normalerweise sitzt sie hier mit ihrem Mann beisammen, jetzt sind die Möbel gewichen um dem Traum eines jeden Kindes Platz zu machen: einem Zimmer voller Weihnachtsgeschenke. Rund 250 Päckchen lagern hier und warten darauf, an ihre Empfänger verteilt zu werden.

2015 haben die Landfrauen Reinstorf die Wunschzettel-Aktion „Engel gesucht“ ins Leben gerufen: Bedürftige Kinder aus Bleckede, Dahlenburg, Gellersen, Ostheide und Neuhaus können Wunschzettel an den Weihnachtsmann schreiben und die Landfrauen bemühen sich, Spender zu finden, um jedem dieser Kinder einen seiner Wünsche zu erfüllen.

Extra drei Tage Urlaub

Der materielle Wert der Geschenke soll möglichst 30 Euro nicht überschreiten, erklärt Susanne Hille, damit es eine Größenordnung für die Spender gibt. „Die sind nämlich oft selbst alles andere als wohlhabend“, weiß Hille. Jedes Kind soll mehrere Wünsche angeben, damit einer auch wirklich erfüllt werden kann. „Manche Kinder wünschen sich ein Fahrrad, das klappt dann natürlich nicht. Manchmal sind die Wünsche der Kinder aber auch nur so klein, dass sich die Spender nochmal melden und sagen, dass sie auf jeden Fall noch etwas anderes schenken möchten.“

Susanne Hille organisiert die Wunschzettel-Aktion federführend, in jedem Jahr nimmt sie sich extra drei Tage Urlaub, um die Wunschzettel zu bearbeiten. Diese werden mit Nummern versehen, die Landfrauen kennen die Kinder nicht, nur die Sozialarbeiter, die die Familien betreuen. Über die Nummern kann dann später der Wunschzettel und auch das Geschenk in die Familien zurückgegeben werden.

„Wir können garantieren, dass jedes Kind, das bei uns einen Wunschzettel abgegeben hat, auch ein Geschenk bekommt.“ – Susanne Hille, Landfrauen Reinstorf

„Die Geschenke werden uns von den Spendern übergeben, wir haben mehrere Abgebestationen, wo wir sie dann abholen“, erklärt Hille das Prozedere. Bei ihr werden die Geschenke dann gesammelt und sortiert und in die Sozialräume gebracht. „Wir können garantieren, dass jedes Kind, das bei uns einen Wunschzettel abgegeben hat, auch ein Geschenk bekommt“, erzählt sie stolz.

Tolle Gespräche mit den Spendern

Für Susanne Hille ist die Zeit der Wunschzettel-Aktion immer etwas ganz Besonderes, worauf sie sich schon lange im Voraus freut.

„Mein Weihnachtsgeschenk, das sind die tollen Gespräche mit den Spendern“, sagt Hille. „Und natürlich der Gedanke an die glücklichen Kinder. Mein Mann und ich haben selbst keine Kinder, wir finden es schön, so etwas geben zu können. Der Gedanke an die strahlenden Kinderaugen, das ist doch der Sinn von Weihnachten.“

Für dieses Jahr ist die Spendenaktion abgeschlossen, wer sich aber für nächstes Jahr als Spender vormerken lassen möchte, kann Susanne Hille unter susanne-hille@t-online.de eine E-Mail schreiben.

Von Lea Schulze