So könnte die Wohnanlage am Promenadenweg nach einem ersten Entwurf aussehen. Grafik: Samtgemeinde Amelinghausen

Vier Häuser für Senioren

Amelinghausen. Von einem „Schritt gegen die Vereinsamung“ spricht Gemeindedirektor Christoph Palesch, von einem „wichtigen Baustein“ für die Infrastruktur Samtg emeindebürgermeisterin Claudia Kalisch: In Amelinghausen, direkt gegenüber vom Seniorenzentrum Lopaupark, soll eine Servicewohnanlage für ältere Menschen entstehen.

Doch dafür müssen noch einige Hürden genommen werden: Der aktuelle Flächennutzungsplan sieht für das rund 7000 Quadratmeter große Grundstück eine andere Bestimmung vor: Fremdenverkehr, sprich: Tourismus. „Dass sich einer findet, der dort ein Hotel bauen will, ist aber nicht abzusehen“, sagt Palesch, der seit August auch Leiter des Geschäftsbereichs Bürgerservice, Bauen und Ordnung bei der Samtgemeindeverwaltung ist. Gemeinde- und Samtgemeinderat werden nun noch vor Weihnachten darüber entscheiden, ob die Wohnanlage am Promenadenweg gebaut werden soll.

40 bis 46 Wohneinheiten

Geplant sind vier Häuser mit 40 bis 46 Wohneinheiten. Die dreigeschossigen Gebäude verfügen jeweils über einen Gruppenraum als Treffpunkt für die Bewohner. Diese können bei einem Häuslichen Krankenpflegedienst verschiedene Leistungen buchen, etwa die Wohnungsreinigung, Mahlzeiten oder medizinische Unterstützung. Palesch: „Es ist ein Lückenschluss zwischen allein leben und Pflegeheim.“ Sofern die Räte grünes Licht für die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans geben, können die Bürger im Rahmen der öffentlichen Beteiligung Einwendungen vorbringen. Wann die ersten Bagger anrollen, sei darum noch nicht abzusehen, sagt der Gemeindedirektor.

„Nicht alle älteren Menschen möchten in ein Heim"

Claudia Kalisch begrüßt die Projektidee: „Die Themen Wohnen und Leben im Alter werden aufgrund unserer demografischen Entwicklung zunehmend bedeutsam und attraktive Angebote hierzu zu Standortfaktoren für uns Kommunen, insbesondere im ländlichen Raum“, sagt die Samtgemeindebürgermeisterin. „Nicht alle älteren Menschen möchten in ein Heim, wenn sie zwar Unterstützung benötigen, damit jedoch noch weiter selbständig in den eigenen vier Wänden leben könnten.“

Ein Verkauf des Baulandes würde überdies Geld in die klamme Kasse der Samtgemeinde spülen: Sie ist derzeit noch Eigentümerin des Grundstücks, würde dieses an einen Investor veräußern. Ob es dazu kommt, entscheidet sich nun auf zwei Ebenen: im Samtgemeinderat am Dienstag, 10. Dezember, um 19 Uhr im Kultursaal des Rathauses sowie in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 19. Dezember, ab 18 Uhr am selben Ort. Einwohner sind bei den öffentlichen Sitzungen willkommen.

Von Anna Petersen