Drei Bahnhöfe in Lüchow-Dannenberg werden in Zukunft im HVV-Gebiet einen Ring außerhalb rutschen - einige Fahrten werden dann deutlich teurer. (Foto: A/tj)

Teurer neuer HVV-Tarif

Ab dem 15. Dezember müssen Wendländer für einige Fahrten deutlich mehr Geld bezahlen

Dannenberg/Hamburg. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) vergrößert sich – ab dem 15. Dezember können zumindest Nutzer von Zeitkarten mit einem HVV-Ticket bis nach Uelzen fahren. Für viele Bahnfahrer werden die Reisen dann auch billiger. Aber nicht für die Bewohner des Wendlands.

Seit Jahren befinden sich die drei Bahnhöfe Leitstade, Hitzacker und Dannenberg Ost im bisher äußersten Tarifring des HVV, dem Tarifring E. Auch Lüneburg, Tostedt oder Stade liegen in diesem Ring. Sprich: Eine Fahrt von Dannenberg nach Hamburg im Regionalverkehr kostet derzeit genausoviel wie die Fahrt von Lüneburg in die Elbmetropole. In wenigen Tagen wird sich das jedoch ändern. „Der Zuschnitt des Tarifringes E verändert sich“, heißt es in einem Brief der Hochbahn, der vor einigen Tagen an die Besitzer eines HVV-Abotickets ausging.

Die drei Bahnhöfe im Kreis Lüchow-Dannenberg fallen in Zukunft mit den Bahnhöfen Wolterdingen, Soltau Nord und Soltau in den neu geschaffenen Tarifring F. Das bedeutet, dass die Leitstader, Hitzackeraner und Dannenberger dann deutlich mehr für bestimmte Fahrten ausgeben müssen: Eine Fahrt von Dannenberg nach Winsen (Luhe) etwa kostet aktuell 3,30 Euro, ab dem 15. Dezember jedoch 5,40 Euro – eine Erhöhung um mehr als 63 Prozent. Auch Nutzer von Zeitkarten werden deutlich mehr zur Kasse gebeten: Kostete das bisherige Gesamtbereichsticket für die Tarifringe A bis E im Monat bisher 179 Euro, müssen die Wendländer für das gleiche Produkt dann 203,50 Euro zahlen. Aufs Jahr gerechnet also 294 Euro mehr – davon kann man öfter als einmal gut essen gehen.

HVV will "gerechtere Preisstruktur" schaffen

Mit der Zuordnung in den Tarifring F wolle der HVV eine „gerechtere Preisstruktur“ schaffen, erklärt dessen Sprecher Rainer Vohl. „Bisher waren alle Haltestellen der Wendlandbahn im Tarifring E zugeordnet, obwohl die Entfernung zu Hamburg dies eigentlich nicht rechtfertigt.“ Die bisherige tarifliche Einstufung sei für Fahrten von und nach Dannenberg im Verhältnis „sehr günstig“ gewesen, zumal Dannenberg fast doppelt so weit von Hamburg entfernt liege wie Lüneburg. Allerdings würden sich die Preise für Fahrten nach Lüneburg nicht ändern.

Generell vermutet Vohl, dass die Preiserhöhung nicht besonders viele Bahnreisende betreffe. „Wir haben alle von der Änderung betroffenen Abonennten in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Heidkreis angeschrieben. Es handelt sich um insgesamt 33 Personen; im Kreis Lüchow-Dannenberg dürfte der kleinere Teil davon wohnen.“ Zwar seien die Zahl der sonstigen Fahrkarten wie Monatskarten, Einzelkarten für den Freizeitverkehr oder „Profitickets“ dem HVV nicht bekannt, fest stehe aber: „Die überwiegende Zahl der Fahrgäste aus Leitstade, Hitzacker und Dannenberg Ost fährt nicht über Lüneburg hinaus gen Hamburg und ist deshalb nicht von der Tarifänderung betroffen.“

Von Robin Williamson